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Deuteronomium
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Das Deuteronomium (Dtn) ist das fĂŒnfte Buch des Pentateuch.cite-ref-1[1] Dewarim oder Devarim (hebrĂ€isch ŚÖ°ÖŒŚÖžŚšÖŽŚŚ âWorteâ) ist der Name des Deuteronomiums in jĂŒdisch-hebrĂ€ischen Bibelausgaben. In den meisten evangelischen BibelĂŒbersetzungen wird es als FĂŒnftes Buch Mose bezeichnet.
Der Inhalt des Buches ist der letzte Tag im Leben seiner Hauptperson Mose. Mose verbringt diesen Tag mit Reden an das versammelte Volk Israel, das sich auf die Ăberquerung des Jordan und die Eroberung des von seinem Gott JHWH verheiĂenen Landes vorbereitet. Mose wird daran nicht mehr beteiligt sein, seine Reden werden ihn von nun an gewissermaĂen vertreten. Diese Abschiedsreden beziehen sich auf Themen, die innerhalb des Pentateuch bereits in den BĂŒchern Exodus (besonders Kapitel 20â23: Bundesbuch) und Levitikus (besonders Kapitel 17â26: Heiligkeitsgesetz) vorkommen. Am Ende des Deuteronomiums stirbt Mose.
Typisch fĂŒr das Deuteronomium ist die Verbindung von Gesetzestexten und argumentierenden, werbenden oder warnenden AusfĂŒhrungen des Mose (ParĂ€nese). Diese Mahnrede legt sich wie ein Rahmen als Prolog und Epilog um die juristischen Stoffe, die den Kern des Deuteronomiums (Kapitel 12 bis 26) bilden. In diesem zentralen juristischen Teil tritt Mose als Sprecher in den Hintergrund.
Die stofflichen Ăbereinstimmungen mit Bundesbuch und Heiligkeitsgesetz werden mehrheitlich so erklĂ€rt, dass das Deuteronomium einen Kommentar zum Bundesbuch darstellt, das Heiligkeitsgesetz dagegen das Deuteronomium kommentiert. Das Deuteronomium enthĂ€lt eine Neuerung, die auch im altorientalischen Kontext sehr ungewöhnlich ist: Es fordert ein Zentralheiligtum fĂŒr JHWH anstelle vieler LokalheiligtĂŒmer. Diese Kultzentralisation entspricht der Einheit JHWHs, die im Schma Jisrael proklamiert wird. Die Zehn Gebote sind dem Bundesbuch wie den Gesetzen des Deuteronomiums programmatisch vorangestellt. Diese Positionierung ist wohl als Leseanweisung gemeint, das Bundesbuch im Licht des Deuteronomiums zu verstehen.
FĂŒr die Ă€lteren Teile des Deuteronomiums wird eine Entstehung in Jerusalem (8. bis 6. Jahrhundert v. Chr.) vermutet. Die Verfasser setzen sich mit neuassyrischer Politik und deren ideologischer BegrĂŒndung auseinander. Die eigentliche Ausarbeitung des Textes erfolgte aber nach Meinung vieler Exegeten etwas spĂ€ter, in exilischer und frĂŒhnachexilischer Zeit. Nun wurde die im Deuteronomium vorausgesetzte Situation zur Deutung der eigenen Existenz wichtig: auĂerhalb des Landes Israel ein kĂŒnftiges Wohnen in diesem Land zu imaginieren und sich lernend in die Gebote zu vertiefen, die dann gelten sollen.
Contents
âą Sprache
âą Gesetzeskorpus
âą Pessach-Haggada
âą Literatur
âą Textausgaben
âą Hilfsmittel
âą Kommentare
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Devarim â Deuteronomium â FĂŒnftes Buch Mose
Beim hebrĂ€ischen Buchtitel handelt es sich um eine Benennung nach den Anfangsworten (Incipit). Sie lauten: âDies sind die Worte âŠâ, ŚÖ”ŚÖ¶ÖŒŚ ŚÖ·ŚÖ°ÖŒŚÖžŚšÖŽŚŚ ÊŸElleh haddevarim,cite-ref-2[2]cite-ref-3[3] dies wurde verkĂŒrzt zu hebrĂ€isch ŚÖ°ÖŒŚÖžŚšÖŽŚŚ Devarim âWorteâ.cite-ref-4[4]
In Alexandria ĂŒbersetzten jĂŒdische Gelehrte im 3. Jahrhundert v. Chr. das Buch in die Verkehrssprache des östlichen Mittelmeerraums, die Koine genannte hellenistische Form des Altgriechischen. Dabei blieben sie eng an der hebrĂ€ischen Vorlage. Ihre Ăbersetzung entstand im Kontext der Ăbersetzung der gesamten fĂŒnf BĂŒcher der Tora ins Griechische, nach Meinung der meisten Fachleute nach dem Buch Exodus. Ob sie zeitlich vor Levitikus und Numeri anzusetzen ist, bleibt allerdings unsicher.cite-ref-5[5] Der Buchtitel lautet ÎΔÏ
ÏΔÏÎżÎœÏÎŒÎčÎżÎœ DeuteronĂłmion, deutsch âWiederholung des Gesetzesâ.cite-ref-6[6] Er soll den Inhalt des Buchs charakterisieren. Die Formulierung findet sich im Deuteronomium selbst: Die Ăbersetzer nahmen eine leichte SinnverĂ€nderung in 17,18 vor. Im hebrĂ€ischen Text geht es um die Anfertigung einer Kopie der Weisung,cite-ref-7[7] im griechischen Text dagegen um eine Kopie eines Textes, der âzweites Gesetzâ, DeuteronĂłmion, heiĂt.cite-ref-8[8] Damit meinten die alexandrinischen Gelehrten sehr wahrscheinlich das 5. Buch Mose, so Karin Finsterbusch.cite-ref-9[9] In der rabbinischen Literatur wird der gleichbedeutende Ausdruck ŚÖŽŚ©Ö°ŚŚ Ö”Ś ŚȘÖŒŚÖčŚšÖžŚ Mishneh Torah manchmal fĂŒr das Buch Deuteronomium gebraucht.cite-ref-10[10]
Von der Septuaginta ĂŒbernahmen die Ăbersetzer der Vulgata den Buchtitel: Deuteronomium. Diese latinisierte Schreibweise ist in der wissenschaftlichen Literatur vorherrschend.
Die im evangelischen Raum ĂŒbliche Bezeichnung FĂŒnftes Buch Mose steht ebenfalls in einer Tradition, die bis in die Antike zurĂŒckreicht. Bereits Flavius Josephus bezeichnete im 1. Jahrhundert n. Chr. die Tora als die âfĂŒnf BĂŒcher Moseâ.cite-ref-11[11]
Sprache
Das Deuteronomium ist ein Prosatext.cite-ref-12[12] Er ist weniger zum stillen Lesen als zum Vortrag gedacht, wobei er durch rhetorische Mittel die Hörer beeindruckt: Weit gespannte Satzperioden, in Sprechzeilen gegliedert und mit Assonanzen geschmĂŒckt, erzeugen einen wogenden Rhythmus. Einerseits wird im Deuteronomium argumentiert und um die Zustimmung des Hörers geworben, andererseits hat das Buch ein pĂ€dagogisches Interesse. Leitworte und wiederkehrende Formulierungen prĂ€gen religiöse Inhalte ein bzw. rufen sie in Erinnerung. Diese ârhetorische Kunstprosaâ zeichnet sich durch einen hohen Wiedererkennungswert aus.cite-ref-13[13] Der hebrĂ€ische Text des Deuteronomiums hat eine besondere Ă€sthetische QualitĂ€t. So heiĂt es in der Encyclopedia Judaica: âDer Stil des Deuteronomiums zeichnet sich aus durch seine Einfachheit, FlĂŒssigkeit und Klarheit und ist wiedererkennbar durch seinen Sprachgebrauch und besonders durch seinen rhetorischen Charakter.âcite-ref-14[14]
Verfasser, Entstehungszeit und -ort
Das Deuteronomium gibt sich ein archaisches Aussehen, indem alte geographische und ethnische Bezeichnungen und Namen vorzeitlicher Riesen und legendarischer Völker verwendet werden. Doch es gibt Textsignale dafĂŒr, dass die Verfasser mit zeitlichem Abstand zu den dargestellten Ereignissen schreiben. Um etwa formulieren zu können: âNie wieder erstand in Israel ein Prophet wie Moseâ (Dtn 34,10 ), musste man von einer langen Reihe von Propheten nach Mose Kenntnis haben.cite-ref-15[15] Darum wird eine Abfassung in der vorstaatlichen Zeit, sei es durch Mose oder durch Schreiber in seinem Umfeld, in der historisch-kritischen Forschung kaum vertreten.
Man nimmt an, dass das Buch jĂŒnger ist und auch nicht in einem Zug niedergeschrieben wurde. Der Text war quasi lebendig, verĂ€nderte sich im Lauf der Jahrhunderte, bis er schlieĂlich eine verbindliche Fassung annahm. Nun wurde er zum Schlussteil eines gröĂeren Werks, des Pentateuch, umgearbeitet. So sehr das Deuteronomium in seiner langen Entstehungsgeschichte ein selbstĂ€ndiges Werk war (diachrone Betrachtung), so sehr gilt auch: Als jetzt vorliegender Endtext ist es das nicht mehr, sondern Abschluss des Pentateuch (synchrone Betrachtung).cite-ref-16[16]
Das Zeitfenster fĂŒr die Entstehung des Deuteronomiums lĂ€sst sich so bestimmen:
âą Zum ersten Mal wird das Deuteronomium fĂŒr viele Exegeten in der SpĂ€tphase des SĂŒdreichs Juda erkennbar.cite-ref-17[17] Nacheinander regierten hier die Könige Hiskija, Manasse, Amon und Joschija. Im letzten Viertel des 8. Jahrhunderts v. Chr. nahm die staatliche Administration und damit verbunden die Schreiberausbildung in Jerusalem einen Aufschwung. Ostraka belegen diese zunehmende Schriftlichkeit.cite-ref-18[18] Damit ist eine Voraussetzung fĂŒr die Abfassung eines Gesetzbuchs gegeben.
⹠Ein weiterer Hinweis auf die Datierung ist die ErwÀhnung von Astralkulten (Dtn 4,19 ; Dtn 17,3 ), die nur hier im Pentateuch thematisiert werden. Wahrscheinlich wurden Astralkulte durch aramÀisch-assyrischen Einfluss im 8. Jahrhundert v. Chr. in Juda attraktiv.cite-ref-19[19]
⹠Die Àlteste bekannte Pentateuchhandschrift ist 4Q17; sie wurde etwa 250 v. Chr. geschrieben. Davon ausgehend nimmt man an, dass der Pentateuch spÀtestens etwa 350 v. Chr. zusammengestellt wurde. Die im Deuteronomium enthaltenen Texte sind folglich Àlter.cite-ref-5-20-0[20]
Religiöse VerÀnderungen zur Zeit Hiskijas
Nach dem Ende des Nordreichs Israel 722/720 v. Chr. erlebte das SĂŒdreich Juda eine Zeit der BlĂŒte und der territorialen Ausdehnung. Hiskija rechnete aber mit einem bevorstehenden Angriff der Neuassyrer auf Jerusalem und traf SicherungsmaĂnahmen. Die Schiloach-Inschrift ist ein epigraphischer Beleg fĂŒr diese Kriegsvorbereitungen, denn es geht hierbei um die Wasserversorgung Jerusalems im Fall der Belagerung.cite-ref-21[21]
Israelische ArchĂ€ologen sehen Hinweise auf kultische VerĂ€nderungen im Reich Juda bereits in der Regierungszeit Hiskijas. Zeâev Herzog fĂŒhrt die Aufgabe der JHWH-HeiligtĂŒmer von Tel Arad und Tell Beâer Scheva auf die Religionspolitik dieses Königs zurĂŒck, was allerdings von Nadav Naâaman in Frage gestellt wird.cite-ref-22[22] Die HeiligtĂŒmer wurden nicht einfach zerstört (schlieĂlich waren es JHWH-HeiligtĂŒmer), sondern quasi respektvoll geschlossen â so die Vertreter dieses Szenarios. Kultzentralisation ist ein zentrales Anliegen des Deuteronomiums. Eine solche MaĂnahme war fĂŒr die lĂ€ndliche Bevölkerung zweifellos verstörend, auch wenn sie in einem zu dieser Zeit verfassten âUr-Deuteronomiumâ nachtrĂ€glich legitimiert wurde. Georg Braulik versucht, die Kultzentralisation mit den Kriegsvorbereitungen Hiskijas zu verbinden: Der König siedelte die Landbevölkerung zu ihrem Schutz in befestigte StĂ€dte um. Dazu musste die Bindung der Menschen an die LokalheiligtĂŒmer ihrer GroĂfamilien aufgelöst werden.cite-ref-23[23]
Hiskijas Kriegsvorbereitungen waren berechtigt. Im Rahmen einer Strafexpedition zerstörte der assyrische König Sanherib mehrere StĂ€dte in der Schefela, darunter Lachisch III, und begann mit der Belagerung Jerusalems (2 Kön 18,17 ), die er aber aus unbekannten GrĂŒnden abbrach â fĂŒr die Bibel ein von JHWH gewirktes Wunder. Hiskija schickte dem abziehenden Assyrerkönig seinen Tribut hinterher (2 Kön 18,14â16 , bestĂ€tigt durch assyrische Quellen) und nahm das SĂŒdreich Juda damit aus dem Visier kĂŒnftiger assyrischer Angriffe.cite-ref-24[24]
Manasses Vasalleneid
Der von der Bibel negativ gewertete König Manasse verhielt sich als treuer Vasall der Neuassyrer, was den Untertanen wĂ€hrend seiner langen Regierung (694â640 v. Chr.) eine stabile und prosperierende Zeit bescherte.cite-ref-25[25]
Der assyrische König Asarhaddon lieĂ 672 einen Text verfassen, mit dem seine Vasallen auf die von ihm gewĂŒnschten Thronfolger verpflichtet wurden: Assurbanipal auf dem Thron Assurs und Ć amaĆĄ-ĆĄuma-ukin auf dem Thron Babylons. Der Text, auf Keilschrifttafeln niedergelegt, wurde assyrisch als adĂȘ (âTreueidâ) bezeichnet. Britische ArchĂ€ologen fanden 1955 ĂŒber 350 Fragmente dieser Tafeln im Nabu-Tempel von Nimrud. Bei der Erstveröffentlichung 1958 interpretierte man adĂȘ als âVasallenvertragâ, daher die Bezeichnung The Vassal-treaties of Esarheddon, abgekĂŒrzt VTE. Die Ăhnlichkeit der bei Untreue angedrohten FlĂŒche mit den FlĂŒchen in Dtn 28 war auffĂ€llig.cite-ref-26[26] Aber erst 1995 konnte Hans Ulrich Steymans nachweisen, dass die Ăhnlichkeiten nicht auf einer altorientalischen Tradition des Drohens und Fluchens beruhen, sondern dass Dtn 28 von den VTE literarisch abhĂ€ngig ist.cite-ref-27[27] Ein Beispiel (Ăbersetzungen nach Steymans):cite-ref-28[28]
âą âMögen alle Götter ⊠euren Boden wie (aus) Eisen machen! Nichts möge daraus aufgehen! Wie es vom Himmel aus Bronze nicht regnet, so mögen Regen und Tau auf eure Felder und eure Fluren nicht kommen! Statt Regen ⊠möge es Kohlen auf eurer Land regnen!â (VTE § 63, Zeile 526â§ 64, Zeile 533)
âą âUnd es wird dein Himmel, der ĂŒber deinem Kopf (ist), Bronze, und die Erde, die unter dir ist, Eisen. JHWH gebe (als) Regen (fĂŒr) deine Erde Staub und Asche, vom Himmel komme er herab auf dich bis zu deiner Ausrottung.â (Dtn 28,23â24 )
Exemplare der VTE wurden bisher nur in Tempeln gefunden, wo sie von den Vasallenkönigen anscheinend wie Götterbilder verehrt wurden. Man kann daher annehmen, dass auch König Manasse von Juda sein Exemplar im JHWH-Tempel von Jerusalem aufstellte.cite-ref-29[29] So wurde der Text in der Jerusalemer Oberschicht bekannt. Der Grundbestand von Dtn 28,20â44 ist nach Steymans Analyse bald nach 672 geschrieben worden, wobei zu bedenken ist, dass Ninive ab 612 in TrĂŒmmern lag und der Text der assyrischen Treueide das Ende des Neuassyrischen Reichs wohl nicht sehr lange ĂŒberlebte.cite-ref-30[30]
Eckart Otto weist auf eine weitere Parallele hin. Schon ein âĂŒbles, schlechtes, unpassendes Wort, das fĂŒr Assurbanipal ⊠nicht angemessen, nicht gut istâ, gilt in den Eidesformeln der VTE als Hochverrat (VTE § 10). HochverrĂ€ter mĂŒssen angezeigt und an den Palast ausgeliefert werden, am besten ist es aber, âsie zu packen, sie zu tötenâ (VTE § 12). Es besteht eine auffĂ€llige Ăhnlichkeit zu Dtn 13,2â10 , wo der Tatbestand eines religiösen Hochverrats geschaffen wird, der ebenfalls mit Lynchjustiz geahndet werden soll. âDie Forderung der Lynchjustiz ⊠hat im gesamten Rechtssystem des Alten Testaments keinen weiteren Anhalt, wohl aber in den VTE.âcite-ref-31[31] Sie widerspricht anderen Texten des Deuteronomiums, die ein ordentliches Gerichtsverfahren mit Anhörung von mindestens zwei Zeugen fordern (Dtn 17,2â13 ; Dtn 19,15â21 ), ein Indiz dafĂŒr, dass in Dtn 13,2â10 eine andere Rechtstradition zitiert wurde.cite-ref-32[32] Nach assyrischem Vorbild schafft Dtn 13,2â10 eine Art JHWH-LoyalitĂ€tsverpflichtung, mit Drohungen, die innerhalb des Deuteronomiums und innerhalb der HebrĂ€ischen Bibel befremdlich klingen. Otto meint, dass judĂ€ische Intellektuelle sich mit der absoluten LoyalitĂ€tsforderung der assyrischen Hegemonialmacht kritisch auseinandersetzten und einen ebenso hohen LoyalitĂ€tsanspruch fĂŒr ihren Gott JHWH erhoben. Er sieht darin eine subversive Strategie. âDer Gedanke der Begrenzung staatlicher Macht durch die Macht des einen Gottes, der absolute LoyalitĂ€t fordere, war eine Frucht der Traditionsgeschichte der HebrĂ€ischen Bibelâ und nahm, so Otto, mit den Zitaten aus den VTE ihren Anfang.cite-ref-33[33] Thomas Römer sieht in den VTE die âVorlage und Inspirationsquelleâ des Ur-Deuteronomiums, legt sich aber nicht fest, ob diese Rezeption subversiv war âoder einfach dem Zeitgeist entsprachâ.cite-ref-34[34] Das heiĂt auch: âOhne die Assyrer hĂ€tte es das Dtn nie gegeben!âcite-ref-35[35]
Moshe Weinfeld und S. David Sperling weisen darauf hin, dass dem Leser im Deuteronomium die konventionelle Sprachform von StaatsvertrĂ€gen des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr., nur eben auf die Gottheit und nicht auf den Herrscher bezogen, begegnet. So sei die Versicherung, man âliebe ihn mit ganzem Herzenâ, die ĂŒbliche Weise, wie man damals seine LoyalitĂ€t zum Herrscher bekundet habe (vgl. Dtn 6,5 ).cite-ref-36[36]
Joschija und ein Buchfund im Tempel
In 2 Kön 22,9 ist von der Auffindung eines Tora-Buchs im Jerusalemer Tempel die Rede. AuĂerdem werden in 2 Kön 23,4 ff. Kultreformen des Königs Joschija berichtet, die sich gegen nichtjahwistische Kulte richteten und Jerusalem zum einzig legitimen JHWH-Kultort machten. Die ErzĂ€hlung vom Buchfund deutet Joschijas MaĂnahmen als Restaurationsprogramm, man kehrt zu einer alten und ursprĂŒnglichen JHWH-Verehrung zurĂŒck. Die materielle Kultur der Region, wie sie archĂ€ologisch greifbar wird, zeigt indes, dass die Reformen ein Modernisierungsprogramm darstellten, wenn sie denn historisch stattgefunden haben. Das ist allerdings schwierig zu beurteilen, weil der Text redaktionell mehrfach bearbeitet wurde. Einen archĂ€ologischen Nachweis fĂŒr religiöse VerĂ€nderungen in der Regierungszeit des Joschija gibt es nicht; kultische Praktiken der Bevölkerung wie die Verehrung von Pfeilerfigurinen wurden jedenfalls fortgefĂŒhrt. Angelika Berlejung zieht daraus den Schluss: Falls historisch, war Joschijas Modernisierungsprogramm ohne RĂŒckhalt in der Bevölkerung und blieb daher Episode.cite-ref-37[37]
Michael Pietsch meint, dass es in Jerusalem unter Joschija eine religionsinterne Neuinterpretation des JHWH-Glaubens gegeben habe, die dann auch zu VerĂ€nderungen des Kultbetriebs am dortigen Tempel fĂŒhrte. Das Deuteronomium sei aber historisch nicht die Vorlage (âblueprintâ) fĂŒr diese Reform gewesen. Erst im Nachhinein sei das so interpretiert worden,cite-ref-38[38] mit einem gewissen sachlichen Recht, denn das Deuteronomium stelle die Einheit JHWHs in den Mittelpunkt (Dtn 6,4 ) und die Kultreform unter Joschija habe einen Prozess der Selbstreflexion in Gang gesetzt, der dann spĂ€ter auf ein monotheistisches Gotteskonzept zugelaufen sei.cite-ref-39[39]
Georg Braulik definiert das im Tempel zur Zeit Joschijas vorhandene Torabuch als relativ knappe Vorstufe des Deuteronomiums. Es habe noch keine Mosereden und keine Sozialgesetze enthalten, sondern vor allem Kultgesetze und Segen-Fluch-Sanktionen.cite-ref-40[40] Auch habe Joschija die SchwĂ€che der GroĂmacht Assur nutzen und das Gebiet des Reiches Juda nach Norden und nach Westen erweitern wollen (vgl. 2 Kön 23,15â20 ). Mit einer âLanderoberungserzĂ€hlungâ habe er seine Expansion auf das Territorium assyrischer Provinzen (bzw. des frĂŒheren Nordreichs Israel) propagandistisch begrĂŒndet. Joschija beanspruchte demnach nur das Land, das Gott Israel lĂ€ngst zugeeignet habe. Diese Propagandaschrift wurde nach Braulik in den biblischen BĂŒchern Deuteronomium und Josua verarbeitet.cite-ref-41[41] Ein Vorteil dieser Hypothese ist, dass sie die vom Deuteronomium in Aussicht gestellte, im Buch Josua beschriebene gewaltsame Landeroberung und Landverteilung plausibel machen kann, ein Motiv, das man sich bei Autoren der Exilszeit schwer vorstellen kann.cite-ref-42[42] Die Verfasserkreise des Ur-Deuteronomiums sucht Braulik in der Jerusalemer FĂŒhrungselite, bei Personen mit höfischem Redestil sowie auch Kenntnis neuassyrischer Rechtstexte. Das Ur-Deuteronomium sei fĂŒr den öffentlichen Vortrag in der Volksversammlung bestimmt gewesen.cite-ref-43[43]
Deuteronomium als Exilliteratur
Im Gegensatz zur Mehrheit der Exegeten bestreitet Reinhard Gregor Kratz, dass ein Ur-Deuteronomium vor dem Ende des SĂŒdreichs Juda verfasst wurde. Die Kultzentralisation sei âso absonderlich und singulĂ€r in der altorientalischen Weltâ, dass sie als RegierungsmaĂnahme der Könige Hiskija oder Joschija nicht verstĂ€ndlich gemacht werden könne. Erst nach der Eroberung Jerusalems durch die Babylonier (586 v. Chr.), als alle JHWH-HeiligtĂŒmer ohnehin verloren waren, hĂ€tten exilierte Mitglieder der Jerusalemer Elite dieses Programm entwickeln können, und nun sei es auch plausibel: âErsetzt wird die natĂŒrliche durch eine kĂŒnstliche Mitte, an die Stelle des Staatskults tritt der kultische Anspruch der Gottheit selbst âŠâcite-ref-44[44] Karin Finsterbusch stimmt insoweit zu, dass sie im Deuteronomium eine âexilische Kompositionâ sieht, eine planvolle Gesamtstruktur, in die Ă€ltere Stoffe integriert worden seien. Die Situation des Exils wird im Deuteronomium mehrfach angesprochen: Dtn 4,25â31 , Dtn 28,63â67 , Dtn 29,21â27 .cite-ref-45[45] Erst hier im Exil erhielt das Deuteronomium â so Finsterbusch â sein Profil:cite-ref-46[46]
âą Tora, âWeisungâ, ist ein SchlĂŒsselwort des Deuteronomiums. Gemeint ist damit ein konkreter Text: Unter der Ăberschrift Dtn 4,44 wird das Textkorpus Dtn 5,1bâ26,16 mitgeteilt, hinzu kommen Segen und Fluch als Abschluss.
âą Der Bundesschluss im Lande Moab ist eine Besonderheit des Deuteronomiums; er wird in der HebrĂ€ischen Bibel sonst nicht erwĂ€hnt. Laut Dtn 5,2â3 schloss JHWH selbst mit Israel einen Bund am Horeb, dessen Bundesdokument der Dekalog ist. Laut Dtn 28,69 schloss Mose mit Israel einen weiteren Bund im Lande Moab, dessen Bundesdokument die im Deuteronomium enthaltene Tora ist.
âą Lehren und Lernen sind SchlĂŒsselworte des Deuteronomiums, in Ă€hnlicher Konzentration begegnen sie wieder im Buch der Psalmen. Mose ist im Deuteronomium (und innerhalb des Pentateuch nur hier) Lehrer, sein GegenĂŒber, Israel, konstituiert sich als Lerngemeinschaft. Die Unterrichtung der nĂ€chsten Generation ist ein wichtiges Anliegen der Verfasser. Als âDuâ werden freie israelitische MĂ€nner und Frauen angesprochen, d. h. weder Kinder noch Unfreie.
Zweck der Komposition ist, dass die Adressatenschaft exilierter JudĂ€er sich mit dem Israel identifiziert, das von Mose im Land Moab unterrichtet wird: eine IdentitĂ€tsschrift also. Dem dienen einerseits das eindringliche âDu/Ihrâ, mit dem Mose sein GegenĂŒber anspricht, und das âWirâ in den geschichtlichen RĂŒckblicken, andererseits das fĂŒr das Deuteronomium sehr kennzeichnende âHeuteâ. Es ist das âHeuteâ von Moses Todestag, das aber so eingesetzt wird, dass es fĂŒr ein spĂ€teres Heute, die Gegenwart der Adressaten, transparent bleibt.cite-ref-47[47]
InhaltsĂŒbersicht
Die folgende Gliederung des Deuteronomiums orientiert sich an der Darstellung von Jan Christian Gertz und Karin Finsterbusch:cite-ref-48[48]
| 1,1â5 | Bucheinleitung () | Bucheinleitung () | Bucheinleitung () |
|---|---|---|---|
| 1,6â4,43 | Erste Rede des Mose | | RĂŒckblick auf die 40-jĂ€hrige WĂŒstenwanderung: Verzögerungen bei der Einnahme des verheiĂenen Landes. Mahnrede ĂŒber das Bilderverbot â Israel konstituiert sich als Lerngemeinschaft (4,1â40). ErzĂ€hlnotiz: Festsetzung von AsylstĂ€dten im Ostjordanland (4,41â43). |
| 4,44â49 | Ăberschrift und Einleitung der zweiten Rede () | Ăberschrift und Einleitung der zweiten Rede () | Ăberschrift und Einleitung der zweiten Rede () |
| 5,1â11,32 | Zweite Rede des Mose | | RĂŒckblick auf die Ereignisse am Horeb : Dekalog ; Schma Jisrael ; Mahnrede ĂŒber das wichtigste Gebot. |
| 12,1 | Ăberschrift des Gesetzeskorpus () | Ăberschrift des Gesetzeskorpus () | Ăberschrift des Gesetzeskorpus () |
| 12,2â26,15 | Gesetzeskorpus | 12,2â16,17 | Kultzentralisation und Privilegrecht JHWHs (= Pflichten jedes Israeliten gegenĂŒber JHWH); Sozialgesetze. |
| 12,2â26,15 | Gesetzeskorpus | | |
| 12,2â26,15 | Gesetzeskorpus | 16,18â18,22 | Ămtergesetze, sogenannter Verfassungsentwurf (= âgewaltenteilig organisierte Ămtergesetze ĂŒber Richter, König, Priester, Prophetâ [ 49 ] ). |
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| 19,1â26,15 | Rechts-, Sozial- und Tabubestimmungen (); kultischer Anhang. | | |
| 26,16â19 | Ăberleitung zur dritten Rede () | Ăberleitung zur dritten Rede () | Ăberleitung zur dritten Rede () |
| 27â30 | Dritte Rede des Mose | 27,11â28,68 | Fluch und Segen () |
| 27â30 | Dritte Rede des Mose | | |
| 29,1â30,20 | Bundesschluss im Land Moab () | | |
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| 31â34 | Abschluss des gesamten Pentateuch | 31,1â13 | Beauftragung des Josua als Moses Nachfolger und Niederschrift der Tora () |
| 31â34 | Abschluss des gesamten Pentateuch | | |
| 31â34 | Abschluss des gesamten Pentateuch | 31,14â32,44 | Lied des Mose () |
| 31â34 | Abschluss des gesamten Pentateuch | | |
| 31â34 | Abschluss des gesamten Pentateuch | 32,45â47 | Schlussnotiz und letzte Ermahnungen () |
| 31â34 | Abschluss des gesamten Pentateuch | | |
| 32,48â34,12 | Letzte AuftrĂ€ge Gottes fĂŒr Mose () | | |
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| 33,1â29 | Segen des Mose () | | |
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| 34,1â12 | Moses Tod und abschlieĂende WĂŒrdigung als Prophet () | | |
ErzÀhlerischer Rahmen und Mosereden
Ort und Zeit der Handlung
In knapper, konzentrierter Form gibt der BucherzĂ€hler Informationen zu Ort, Zeit und Anlass der Mosereden. Dieser ErzĂ€hler verortet sich selbst im Land Israel, denn von ihm aus gesehen befinden sich Mose und seine Hörer âjenseits des Jordanâ (Dtn 1,1 ) im Land Moab (Dtn 1,5 ). Die ErzĂ€hlung des Deuteronomiums spielt also im heutigen Jordanien. Trotz mehrerer Ortsnamen in Dtn 1,1 ist nicht (mehr) deutlich, wo genau sich Mose und seine Zuhörer âin der WĂŒsteâ aufhalten. Nach Dtn 3,29 lagern die Israeliten âim Tal gegenĂŒber von Bet-Peorâ.cite-ref-50[50] Und dort wird Mose nach Dtn 34,6 von Gott an unbekannter Stelle begraben.
Eine geographische Angabe, die im Deuteronomium Gewicht hat, lĂ€sst sich klar lokalisieren: das tief eingeschnittene Tal des Arnon (Wadi Mudschib). Seine Ăberquerung markiert den Wechsel von friedlicher Wanderung des Volkes Israel zu militĂ€rischer Eroberung des verheiĂenen Landes.cite-ref-51[51] Irgendwo hier, östlich des Toten Meeres, spielt die Handlung des Deuteronomiums.
Die erzĂ€hlte Zeit, der letzte Lebenstag des Mose, ist âder 1.4.40 nach dem Auszug aus Ăgyptenâ,cite-ref-3-52-0[52] wie Dtn 1,3 prĂ€zise feststellt.
Zweck der Mosereden
Das Verb hebrĂ€isch ŚŚŚš beÊŸer in Dtn 1,5 erklĂ€rt, was der Zweck von Moses Reden ist; bei der Ăbersetzung dieses seltenen Wortes fallen deshalb Vorentscheidungen fĂŒr das VerstĂ€ndnis des Buches:
âą â[Hier] begann Moscheh die ErlĂ€uterung dieser Lehreâ (Rabbinerbibel);
âą â[Hier] fing Mose an, dies Gesetz auszulegenâ (Lutherbibel);
âą â[Hier] begann Mose âŠ, diese Weisung aufzuschreibenâ (Unrevidierte EinheitsĂŒbersetzung 1980);
âą â[Hier] begann Mose âŠ, diese Weisung bindend zu machenâ (Revidierte EinheitsĂŒbersetzung 2016).
âą â[Hier] unterwand sich Mosche diese Weisung zu erklĂ€renâ (Ăbersetzung von Buber-Rosenzweig).
Hinter den ersten beiden Ăbersetzungen steht die rabbinische Auslegungstradition: Die folgenden Mosereden sind ein Kommentar, eine ErlĂ€uterung der in den vorherigen BĂŒchern des Pentateuch ergangenen Weisung. Hatte die unrevidierte EinheitsĂŒbersetzung die Stelle im Licht von Dtn 31,24â26 recht frei wiedergegeben, so ging die Revision davon ab. Inzwischen hatten nĂ€mlich Georg Braulik und Norbert Lohfink vorgeschlagen, die Bedeutung von hebrĂ€isch ŚŚŚš beÊŸer durch das akkadische Wort bĂąru(m) zu erhellen: âRechtsgeltung verschaffen, bindend machen, Rechtskraft verleihenâ.cite-ref-53[53] Der öffentliche Vortrag, zu dem Mose ab Dtn 1,6 ansetzt, sei der erste Schritt der mehrphasigen Inkraftsetzung (Promulgation) der Tora. âIn der erzĂ€hlten Welt bildet die Tora die Urkunde des Bundes/Vertrags, auf die Mose anlĂ€sslich des FĂŒhrungswechsels und der Einsetzung Josuas in Moab Israel vereidigen muss. Was er, um diesen Rechtszustand herzustellen, Israel rechtskrĂ€ftig prĂ€sentiert (1,5), ist die von JHWH empfangene Neuformulierung des schon bekannten göttlichen Rechtswillens (5â26). Er wird jetzt von Mose vermittelt, nicht ausgelegt.âcite-ref-54[54]
Dem wurde allerdings von anderen Exegeten, voran Eckart Otto, widersprochen, so dass die traditionelle jĂŒdische Auffassung, die Mosereden des Deuteronomiums seien ein Kommentar der Tora innerhalb der Tora, auch in der heutigen Exegese weit verbreitet ist.cite-ref-55[55]
Inwiefern legen aber die Mosereden die Sinaigesetzgebung aus? Hier kommt nach Konrad Schmid den Zehn Geboten eine SchlĂŒsselfunktion zu. Sie gehen sowohl dem Bundesbuch als auch dem Gesetzeskorpus des Deuteronomiums programmatisch voraus und sichern die sachliche IdentitĂ€t beider Gesetzgebungen.cite-ref-56[56]
Gottes und Moses Schreiben
Als einziges Buch des Pentateuch bezeichnet sich das Deuteronomium ausdrĂŒcklich als Niederschrift der Weisungen Moses. Hier bedeutet hebrĂ€isch ŚȘÖŒŚÖčŚšÖžŚ Torah die autoritative und göttlich bestĂ€tigte Unterweisung. âKurzum, die Tora ist faktisch Ersatz fĂŒr Mose selbst in seiner Eigenschaft als der höchste Vermittler des göttlichen Wortes an Israel.âcite-ref-57[57]
Dass Gott selbst einen Text aufschreibt, wird im Pentateuch mehrfach und exklusiv fĂŒr den Dekalog ausgesagt, was diesem Text höchste AutoritĂ€t gibt. Mose ist im Pentateuch mit dem Niederschreiben der Sinaigesetze beauftragt (Ex 24,4 ; Ex 34,27â28 ). Nachdem er seine Reden im Lande Moab beendet hat, schreibt er diese ebenfalls nieder (Dtn 31,9â13 ) und schlieĂlich auch das Moselied (Dtn 31,24 ). Das heiĂt: Die antiken Endredaktoren des Pentateuch waren nicht der Meinung, Mose habe die erzĂ€hlenden Stoffe des Pentateuch aufgeschrieben, darunter das gesamte Buch Genesis und umfangreiche Partien der anderen vier BĂŒcher.cite-ref-58[58]
Gesetzeskorpus
Das Gesetzeskorpus, das in den Kapiteln 12 bis 26 vorliegt, gilt als der Ă€lteste Teil des Deuteronomiums. Man unterscheidet einen Grundbestand, eine mehrstufige Bearbeitung und jĂŒngere NachtrĂ€ge. Relativ sicher hat man es mit dem Grundbestand zu tun, wo sich das Deuteronomium mit dem Bundesbuch auseinandersetzt.cite-ref-0-59-0[59] Der Grundbestand begann mit einer BuchĂŒberschrift:
âą âDas sind ⊠die Gesetze und die Rechtsentscheide, die Mose den Israeliten verkĂŒndet hat, als sie aus Ăgypten zogen.â (Dtn 4, 45*)
Das heiĂt, bereits das Ur-Deuteronomium war als Rede des Mose nach dem Auszug aus Ăgypten verfasst, Inhalt dieser Rede waren juristische Stoffe.cite-ref-60[60] Es folgte Dtn 5,1*:
âą âMose rief ganz Israel zusammen. Er sagte zu ihnenâŠâ
So wurde der Grundtext jĂŒdischen Glaubens eingeleitet, der erste Satz des Schma Jisrael (Dtn 6,4):
âą âHöre Israel, JHWH ist unser Gott, JHWH ist einzig!â
Der nĂ€chste Satz des Schma Jisrael mit dem Aufruf zur Gottesliebe (Dtn 6,5 ) ist demgegenĂŒber nach der Analyse von Timo Veijola sekundĂ€r.cite-ref-61[61] Im Grundbestand des Deuteronomium folgte auf das âHöre Israelâ direkt das Gesetzeskorpus, und zwar â mindestens â diese Gesetzestexte:cite-ref-0-59-1[59]
âą Grundgebot der Kultzentralisation: es gibt nur ein legitimes JHWH-Heiligtum (Dtn 12,13â28 );
âą Zehnt (Dtn 14,22â29 );
âą Erlassjahr und Sklavenfreilassung (Dtn 15,1â18 );
âą Erstgeburt (Dtn 15,19â23 );
âą Festkalender (Dtn 16,1â17 );
âą Reformen der Rechtspflege (Dtn 16,18 ; Dtn 17,8â13 ; Dtn 19,1â13 ; Dtn 19,15â21 ; Dtn 21,1â9 ; Dtn 25,1â3 ).
Zur Fortschreibung des Deuteronomiums in exilisch-frĂŒhnachexilischer Zeit werden grob skizziert zwei AnsĂ€tze vertreten: Timo Veijola und Eckart Otto rechnen mit durchgĂ€ngigen Ăberarbeitungen des gesamten Gesetzeskorpus Dtn 12â25. Norbert Lohfink und Georg Braulik dagegen meinen, dass ein Ur-Deuteronomium aus der Zeit Hiskijas und ein âBundesdokumentâ aus der Zeit Joschijas blockweise ergĂ€nzt worden sei durch a) das exilische Ămtergesetz, b) die nachexilischen Gesetze in Dtn 19â25.cite-ref-62[62]
Dtn 26,1â15 sind zwei NachtrĂ€ge, mit denen das Gesetzeskorpus abschlieĂt. Sie setzen voraus, dass die Israeliten im Land wohnen, und nennen zwei liturgische Texte, die beim Besuch im Zentralheiligtum rezitiert werden sollen. Der erste Text (âMein Vater war ein heimatloser AramĂ€er âŠâ) ist bekannt unter dem Namen âKleines geschichtliches Credoâ (Gerhard von Rad). Er ist nicht als uralter Text von den Verfassern des Deuteronomiums an dieser Stelle eingefĂŒgt worden, wie von Rad vermutete. Sie haben den Text nicht ĂŒbernommen, sondern selbst formuliert. Als pĂ€dagogisch hilfreiche âKurzformel des Glaubensâ bringt er die Geschichte Israels auf den Punkt â das ist typisch Deuteronomium.cite-ref-63[63] Zusammen mit dem Einleitungstext, der das eine Zentralheiligtum fordert, bilden die NachtrĂ€ge einen Rahmen um das Gesetzeskorpus.cite-ref-64[64]
Auseinandersetzung mit dem Bundesbuch
Das deuteronomische Gesetz bezieht sich auf ein Ă€lteres Gesetzeswerk,cite-ref-65[65] das ebenfalls im Pentateuch enthalten ist: das Bundesbuch im Buch Exodus (Ex 20,22â23,33). Neu ist die Forderung der Kultzentralisation, die im Widerspruch zum Altargesetz des Bundesbuchs formuliert wird. Dabei bezieht sich die deuteronomische Formulierung des Altargesetzes zurĂŒck auf das Schma Jisrael: âSo wie JHWH nicht an einer Vielzahl von LokalheiligtĂŒmern geopfert werden soll, soll JHWH nicht in einer Vielzahl von lokalen Manifestationen, die mit JHWH-HeiligtĂŒmern verbunden sind, verehrt werden.âcite-ref-66[66]
Der hebrĂ€ische Text der beiden Altargesetze zeigt enge sprachliche BerĂŒhrungen bei diametral verschiedenem Inhalt:
âą Bundesbuch: âDu sollst mir einen Altar aus Erde machen und darauf deine Brandopfer und Heilsopfer, deine Schafe, Ziegen und Rinder schlachten. An jedem Ort, an dem ich meinem Namen ein GedĂ€chtnis stifte, will ich zu dir kommen und dich segnen.â (Ex 20,24 EĂ)
âą Deuteronomium: âNimm dich in Acht! Verbrenn deine Brandopfertiere nicht an irgendeiner StĂ€tte, die dir gerade vor die Augen kommt, sondern nur an der StĂ€tte, die der HERR im Gebiet eines deiner StĂ€mme erwĂ€hlen wird!â (Dtn 12,13â14a EĂ)
Was gilt denn nun? Die Helden der biblischen ErzĂ€hlungen (sowohl des Pentateuch als auch der GeschichtsbĂŒcher) opfern an lokalen HeiligtĂŒmern, ohne dass dies problematisiert wĂŒrde; einige Beispiele: Abraham baut einen Altar in Sichem (Gen 12,7â8 ), Jakob baut einen Altar in Bet-El (Gen 35,1â7 ), Samuel baut einen Altar in Rama (1 Sam 7,17 ), Elija baut den Altar JHWHs auf dem Karmel wieder auf (2 Kön 18,30â40 ). Bernard M. Levinson betont, dass die Verfasser des Deuteronomiums ihr Reformprogramm in einer Welt vertraten, in der alte, autoritative Texte wie das Bundesbuch fast unangreifbar waren. Sie tarnten deshalb die RadikalitĂ€t ihres Projekts, indem sie Formulierungen des Bundesbuchs ĂŒbernahmen und mit neuer Bedeutung fĂŒllten; Levinson nennt dies ein âgelehrtes Textrecyclingâ.cite-ref-67[67] Ihr Ziel sei gewesen, das Bundesbuch zu verdrĂ€ngen und das Deuteronomium an seine Stelle zu setzen.cite-ref-68[68]
Die Gegenposition nimmt Eckart Otto ein: âIn der Perspektive der dtn Zentralisationsgesetze gelesen, definiert das Bundesbuch grundsĂ€tzlich die LegitimitĂ€t eines JHWH-Heiligtums. Im Deuteronomium wird diese Definition auf die ErwĂ€hlung des Zentralheiligtums appliziert. ⊠Die Reformulierung durch das Deuteronomium nimmt dem Bundesbuch, das nun im Horizont des Deuteronomiums interpretiert werden will, nichts von seiner AutoritĂ€t.âcite-ref-69[69] Weil beide Gesetzeskorpora sich ergĂ€nzten, habe das Körperverletzungs- und Sachenrecht Ex 21,18â22,14 im Deuteronomium kein Pendant, wĂ€hrend das Familienrecht (im Bundesbuch nur Ex 22,15 f.) im Deuteronomium breit entfaltet werde.cite-ref-70[70] Indem die Sozialgesetzgebung des Dtn an das Bundesbuch anknĂŒpft, ist dieser Teil des Gesetzeskorpus zugleich als spĂ€tvorexilisch erwiesen â hier besteht weitgehender Konsens. Daraus ergibt sich die zeitliche Abfolge der Gesetzeskorpora, die in den Pentateuch integriert wurden: Bundesbuch â Deuteronomium â Priesterschrift â Heiligkeitsgesetz.cite-ref-71[71]
Die Kultzentralisation griff tief in das Alltagsleben der Bevölkerung ein. Bisher wurde z. B. fĂŒr jede Fleischmahlzeit das Tier am lokalen JHWH-Heiligtum geschlachtet. Das Deuteronomium gab die profane Schlachtung frei und stellte dafĂŒr Regeln auf (Dtn 12,20â25 ). âDer radikale Bruch bei dieser VerĂ€nderung religiöser Routinen sollte nicht unterschĂ€tzt werden. Dass das Deuteronomium wiederholt die âFreudeâ betont, die man am Zentralheiligtum erlebe, mag sehr wohl als Versuch einer Kompensation fĂŒr den Verlust der LokalheiligtĂŒmer gemeint gewesen sein, wo die Menschen hĂ€ufiger Zugang zur Gottheit haben konntenâ, vermutet Levinson.cite-ref-72[72]
Aber die VerĂ€nderungen, die die Verfasser des Deuteronomiums am Bundesbuch vornahmen, beschrĂ€nken sich nicht nur auf die Kultzentralisation und die daraus folgenden praktischen Konsequenzen. Das lĂ€sst sich am Beispiel des Gesetzes der Sklavenfreilassung verdeutlichen (Dtn 15,12â18 gegenĂŒber Ex 21,2â7 ). Es geht hier um Schuldsklaven, d. h. Israeliten, die sich aus Armut in die Sklaverei begeben mussten. Sie sollen nach sechs Jahren Dienst freigelassen werden. Das Deuteronomium nahm einige PrĂ€zisierungen vor: Der Herr soll die Sklaven (die hier als seine âGeschwisterâ bezeichnet werden) bei der Freilassung so ausstatten, dass sie sich eine eigene Existenz aufbauen können â eine Art Startkapital. Sklave und Sklavin sollen gleich behandelt werden. Es gibt keine Sonderregel mehr fĂŒr eine in der Sklaverei geheiratete Frau und gemeinsame Kinder. Diese sozialen Forderungen begrĂŒndet das Deuteronomium damit, dass JHWH die Israeliten aus der Sklaverei in Ăgypten befreit habe. Der Sklavenbesitzer soll durch Argumente fĂŒr die Neuerungen gewonnen werden und fĂŒr die Befolgung wird ihm göttlicher Segen verheiĂen.cite-ref-73[73]
Dekalog als Grundgesetz, Deuteronomium als Entfaltung
Der Text der Zehn Gebote (Dekalog) âtrat erst zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Horizont des Dtn, prĂ€gte dann aber Theologie, Aufbau und Sprache des Dtn entscheidendâ, so Georg Braulik.cite-ref-74[74] Er ist fĂŒr die Verfasser ein einzigartiger Text, dadurch ausgezeichnet, dass Gott selbst ihn am Horeb Israel offenbart hat (Dtn 5,2â22 ). Norbert Lohfink schlug vor, den Dekalog im Deuteronomium als eine Art ewiges Grundgesetz zu sehen, das Mose in Dtn 12â26 mit konkreten, zeitbedingten Einzelgesetzen entfalte. Es ist allerdings nicht plausibel gelungen, in Dtn 12â26 eine Anordnung der Einzelgesetze nach den Zehn Geboten aufzuzeigen.cite-ref-75[75]
Der Dekalog beginnt mit einer Selbstvorstellung des göttlichen âIchâ als Israels Befreier aus Ă€gyptischer Sklaverei. Fragt man, wer der Adressat der Gebote ist, so scheinen vor allem freie, wohlhabende israelitische MĂ€nner gemeint zu sein. Aber das Sabbatgebot (Dtn 5,12â15 ) macht deutlich, dass auch die Israelitinnen als âDuâ angesprochen sind. Sonst mĂŒsste man nĂ€mlich annehmen, dass der Hausherr, seine Söhne und Töchter, Sklaven und Sklavinnen, sogar auch die Haustiere die Sabbatruhe halten und die Hausfrau als einzige Person arbeitet. Das ist sehr unwahrscheinlich.cite-ref-76[76]
Deuteronomium als altorientalisches Rechtsbuch
â
Hauptartikel
:
Keilschriftrecht
Im Alten Orient waren RechtsbĂŒcher nicht die Grundlage der Rechtsprechung. Prozessakten sind aus den Nachbarkulturen Israels erhalten, die Richter beriefen sich darin nicht auf ein Gesetzbuch. Sie entschieden nach Gewohnheitsrecht und PrĂ€zedenzfĂ€llen. Wahrscheinlich waren altorientalische RechtsbĂŒcher Unterrichtstexte, an denen die angehenden Richter ihr Rechtsbewusstsein schulten. Auch fĂŒr das Deuteronomium gilt: Es war âkein Gesetzbuch, sondern Lehrbuchâ.cite-ref-77[77] Das zeigt sich in der Art, wie der Stoff disponiert wird. An sich werden die Gesetze zwar nach Sachgebieten geordnet vorgestellt, GrenzfĂ€lle markieren den Ăbergang zum nĂ€chsten Sachgebiet. Aber ĂŒberall kann sich durch Stichwortassoziationen verwandtes Material anlagern, das dann exkursartig abgehandelt wird. Nach dieser Abschweifung wird das Hauptthema wieder aufgenommen. Diese fĂŒr den heutigen Leser eher verwirrende Reihenfolge erleichterte das Auswendiglernen.cite-ref-78[78]
Vergleich mit griechischem und römischem Recht
Obwohl das Gesetzeskorpus so wenig aus einem Guss ist wie der Rest des Deuteronomiums, kann es theologisch und rechtshistorisch doch als geschlossener Sinnzusammenhang behandelt werden. Wie das Stadtrecht von Gortys und das Zwölftafelgesetz und im Gegensatz zu anderen altorientalischen Rechtskorpora handelt es sich um ein Gesetzeswerk fĂŒr eine freie BĂŒrgergemeinschaft.cite-ref-79[79]
Das wenig durchstrukturierte oder systematisierte Material lÀsst sich grob in drei Teile gliedern:
⹠Religiöse Gesetze (Kult, Feste, Abgaben, Reinheitsgebote, Verbot anderer Kulte);
âą Vorschriften staatsrechtlicher und rechtspflegerischer Natur;
âą Zivil-, Straf-, Sozial- und Familienrecht.
Obwohl der Eindruck entsteht, hier werde das gesamte Recht Israels vorgelegt, ist dem nicht so. Im Fall des Diebstahlsrechts, das im Bundesbuch (Ex 22,1â4 ) thematisiert wird, sahen die Autoren des Deuteronomiums wohl keinen Reformbedarf und scheinen auf dieses Ă€ltere Recht zu verweisen. Das Erbrecht wird nur gestreift (Dtn 18,1â7 , Dtn 21,15â17 ).
Es handelt sich vor allem um materielles Recht, wĂ€hrend zum Verfahrensrecht nur wenige Angaben gemacht werden.cite-ref-80[80] Verglichen mit dem Stadtrecht von Gortys und dem Zwölftafelgesetz fĂ€llt auf, dass es sich in Israel um von der Gottheit gesetztes Recht handelt, wĂ€hrend in Gortys und in Rom das Recht eher etwas ist, was die Gesellschaften sich selbst geben.cite-ref-81[81] Beim Verfahrensrecht ist interessant, dass die Rechtspflege zwei Ebenen kennt: lokale Gerichte (Dtn 16,18â20 ) und eine Art Zentralgericht, an das schwierige FĂ€lle ĂŒberwiesen werden sollen. Es ist aber wohl keine Appellationsinstanz der streitenden Parteien, sondern wird vom lokalen Richter hinzugezogen, wenn er Schwierigkeiten bei der Urteilsfindung hat (Dtn 17,8â13 ). Dem Richter wird aufgetragen, einen Fall sorgfĂ€ltig zu untersuchen, insbesondere den Wahrheitsgehalt von Zeugenaussagen, dem wichtigsten Beweismittel. Er ist also Untersuchender und Urteilender in einer Person. Laut Dtn 25,1â3 hat er auch eine Rolle im Strafvollzug, er ist fĂŒr die korrekte DurchfĂŒhrung der PrĂŒgelstrafe verantwortlich. Diese Kumulation von Kompetenzen beim lokalen Richter ist verglichen mit Gortys und Rom ungewöhnlich.cite-ref-82[82]
GroĂe Teile des materiellen Rechts im Deuteronomium sind ohne Parallele im Stadtrecht von Gortys sowie im Zwölftafelrecht: das gesamte Sakralrecht, das Asylgesetz, die Bestimmungen ĂŒber den Zehnt, aber auch zivilrechtliche Vorschriften, die man als Sozialgesetzgebung bezeichnen könnte.cite-ref-83[83] Das StrafmaĂ reicht von der Todesstrafe ĂŒber Körperstrafen bis hin zur GeldbuĂe, wobei letztere im Deuteronomium, verglichen mit Gortys und Rom, wenig entwickelt ist (nur Dtn 22,19 und Dtn 22,29 ).cite-ref-84[84] Ebenso wie das Zwölftafelgesetz unterscheidet auch das Deuteronomium (Dtn 19,4â6 ) zwischen Handeln mit und ohne Vorsatz. âDie individuelle Verantwortlichkeit fĂŒr das eigene Tun wird aufgewertet, dem Willen hinter einer Handlung wird unabhĂ€ngig von deren Folgen das entscheidende Gewicht bei deren Beurteilung â im Wortsinne â beigemessen.âcite-ref-85[85]
Deuteronomium als Abschluss des Pentateuch
In der persischen Provinz Jehud wurde bis Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. der Pentateuch zusammengestellt.cite-ref-5-20-1[20] Das heiĂt: Die persische Regierung setzte den politischen Rahmen, in dem dieses geschah. Dass sie den Pentateuch quasi in Auftrag gab, um ihn als verbindliches Recht fĂŒr ihre jĂŒdischen Untertanen einzufĂŒhren (These der Reichsautorisation), wird heute weniger vertreten. Man sucht die Motive fĂŒr die Komposition dieses Werks eher innerhalb der Glaubensgemeinschaft.cite-ref-86[86] Die Provinz Jehud stand wirtschaftlich und im Blick auf die BevölkerungsgröĂe völlig im Schatten der Nachbarprovinz Samaria.cite-ref-87[87] Eine wahrscheinlich in Jerusalem ansĂ€ssige Pentateuchredaktion suchte daher den Kompromiss mit samaritanischen Traditionen und Interessen. Der Pentateuch ist im Ergebnis ein Konsensdokument der JHWH-Religion, das sowohl fĂŒr Juden (mit dem Zentrum Jerusalem) als auch fĂŒr Samaritaner (mit dem Zentrum Garizim) akzeptabel war.cite-ref-88[88] Auch in einem anderen Sinn findet man im Pentateuch einen Ausgleich von Interessen: Das Deuteronomium mit seinem Akzent auf staatlicher UnabhĂ€ngigkeit in einem militĂ€risch eroberten Land der VerheiĂung konnte nicht im Interesse der persischen Zentralregierung sein. Die Priesterschrift wird im Gegensatz dazu von Ernst Axel Knauf als universalistisch und pazifistisch gekennzeichnet â Kriege kommen in ihr nicht vor. Die Pentateuchredaktion nahm die âpersisch-reichskonformeâ Priesterschrift als Rahmen (Gen 1 und Dtn 34), und die Priesterschrift prĂ€gte auch das Zentrum, die Sinai-Perikope (Ex 25 bis Num 10). Das ânationalreligiöseâ Deuteronomium wurde aber nicht etwa unterdrĂŒckt, sondern in diesen Rahmen integriert, seine aggressiv-militanten Anteile domestiziert.cite-ref-89[89]
Das Deuteronomium hat als Schlussteil eine herausragende Bedeutung fĂŒr die Komposition des Pentateuch. Das Schlusskapitel Dtn 34,1â12 bringt zwei Spannungsbögen zu Ende: Nicht nur stirbt hier die Hauptperson Mose, die seit ihrer Geburt im Buch Exodus (Ex 2,2 ) den Leser begleitet, Dtn 34,4 erinnert an die LandverheiĂung an die VĂ€ter und nimmt damit ein Motiv aus dem Buch Genesis auf (Gen 12,7 ). Absichtsvoll werden mit der Jordansenke und dem Ort Zoar SchauplĂ€tze der AbrahamerzĂ€hlungen genannt.cite-ref-90[90]
Meist nimmt man an, dass die ErzĂ€hlung vom Tod des Mose von den Verfassern der Priesterschrift (oder ihnen nahestehenden Kreisen) stammt, aber von der Pentateuchredaktion âzugeschnittenâ und ergĂ€nzt wurde.cite-ref-91[91] Die Pentateuchredaktion setzte Mose in Dtn 34,4â12 ein literarisches Denkmal (âEpitaphâ): Alle Propheten, die in den folgenden historischen BĂŒchern auftreten, reichen nicht an ihn heran.cite-ref-4-92-0[92] Dass Mose mit 120 Jahren stirbt (Dtn 34,7 ), entspricht der maximalen menschlichen Lebenszeit von Gen 6,3 und lĂ€sst Mose als vollkommenen Menschen erscheinen.cite-ref-4-92-1[92] WĂ€hrend es in Dtn 31,2 hieĂ, Mose sterbe altersschwach, wird das im âEpitaphâ korrigiert. Trotz hohen Alters sei Mose jung geblieben (Dtn 34,7 ). Mose tritt am Ende des Deuteronomiums auf die Seite Gottes, zu dem er eine einzigartige NĂ€he hat.cite-ref-93[93]
Die Zwischenstellung des Deuteronomiums als Abschluss des Pentateuch und Eröffnung des Deuteronomistischen Geschichtswerks lÀsst sich wie in einem Brennglas in Dtn 34 betrachten:cite-ref-94[94]
âą Dtn 34,8â9 : Das Volk trauert nicht mehr um Mose und hört auf Josua. Das ist nicht Abschluss, sondern KontinuitĂ€t bzw. Dynamik nach vorn. Die ersten SĂ€tze im Buch Josua können gut als Fortsetzung gelesen werden.
âą Dtn 34,10â12 : Moses Tod bedeutet eine einschneidende ZĂ€sur. So schlieĂt die Pentateuchredaktion die FĂŒnf BĂŒcher Moses ab.
FĂŒr verschiedene Texte wird diskutiert, ob sie erst von der Pentateuchredaktion in das Deuteronomium eingefĂŒgt wurden, z. B. die Liste reiner und unreiner Tiere in Dtn 14,1â21 , und gelehrte Glossen ĂŒber Vorbewohner des Landes und geografische Notizen.cite-ref-95[95] Eine weitere Zugabe der Pentateuchredaktion ist der Segen des Mose ĂŒber die StĂ€mme Israels am Ende des Deuteronomiums (Dtn 33,1â29 ). Er hat seine Entsprechung im Jakobssegen am Ende des Buchs Genesis. Als Intention der Pentateuchredaktion vermutet Karin Finsterbusch: âAuĂerhalb des verheiĂenen Landes wird âIsraelâ zweimal von zentralen Figuren seiner GrĂŒndungsgeschichte gesegnet und ist damit fĂŒr die Zukunft bestens gerĂŒstet.âcite-ref-96[96]
Wirkungsgeschichte
Berg Garizim oder Berg Ebal
In der Perserzeit lebten Juden und Samaritaner in benachbarten Provinzen halbwegs harmonisch nebeneinander, aber in der hellenistischen Zeit verschlechterten sich die Beziehungen drastisch. Das hinterlieĂ Spuren im Buch Deuteronomium. Denn in der Zeit gutnachbarschaftlicher Beziehungen wurde formuliert, dass die Israeliten nach ihrem Einzug ins Land der VerheiĂung auf dem Berg Garizim mit Kalk bestrichene und mit Tora-Texten beschriftete Steine aufstellen sollten; auĂerdem sollte dort ein Altar fĂŒr JHWH gebaut werden und ihm Opfer dargebracht werden (Dtn 27,4â8 ). Dass der Altar auf dem Garizim der Tora entspricht, wird durch die Schrift auf den Steinen eindrucksvoll unterstrichen.cite-ref-97[97]
In der HasmonĂ€erzeit (2. Jahrhundert v. Chr.) kam dann der Bruch zwischen beiden Glaubensgemeinschaften. Darauf erfolgte ein Eingriff in den Text: âIn Dtn 27,4 wird im Masoretischen Text und in der hebrĂ€ischen Vorlage der Septuaginta ⊠Garizim in Ebal umformuliert und damit dem auf dem Garizim situierten Altar die mosaisch-sinaitische Legitimation entzogen, indem sie umgelenkt wird.âcite-ref-98[98] Im samaritanischen Pentateuch stand an dieser Stelle natĂŒrlich weiterhin Garizim. Dass Garizim die ursprĂŒngliche Lesart ist und nicht Ebal, ist dadurch sehr wahrscheinlich, dass die âunverdĂ€chtigenâ, da hier nicht polemisch engagierten Ăbersetzer der Vetus Latina (Codex Lugdunensis) Garizim lasen und damit eine unkorrigierte Version der Septuaginta bewahrten. Neuerdings wurde diese Vermutung durch ein Qumran-Textfragment bestĂ€tigt (4QDeutf).cite-ref-99[99]
Im samaritanischen Pentateuch wurde dieser Abschnitt aus Dtn 27, weil er fĂŒr die eigene IdentitĂ€t so wichtig war, als zehntes Gebot zum Dekalog hinzugefĂŒgt (Ex 20,17b = Dtn 5, 21b); damit es bei zehn Geboten bleibt, zĂ€hlen Samaritaner das Fremdgötter- und Bilderverbot als ein Gebot. Die TextĂ€nderung legitimiert den samaritanischen Kult und Kultort, und der Abschluss der Zehn Gebote bot sich als âTextortâ an, weil der Dekalog fĂŒr die samaritanische Glaubensgemeinschaft von zentraler Bedeutung ist und weil es im Kontext der Zehn Gebote um den Altarbau geht â das passte also recht gut.cite-ref-100[100]
Deuteronomium in Qumran
Unter den Schriftrollen vom Toten Meer gibt es je nach ZĂ€hlung 33 bis 36 fragmentarische Exemplare des Buchs Deuteronomium. Es ist damit neben dem Buch der Psalmen (36 Exemplare) die hĂ€ufigste biblische Schrift. Man geht davon aus, dass wichtige, oft gelesene BĂŒcher hĂ€ufiger kopiert wurden; auĂerdem gab es Luxus-Handschriften besonders geschĂ€tzter Schriften. So spiegelt die hohe Zahl an Exemplaren die groĂe Beliebtheit des Deuteronomiums.cite-ref-101[101]
Die in Qumran mit mehreren Exemplaren vertretene Tempelrolle ist ein im antiken Judentum singulĂ€res Werk, das sich kritisch mit dem Deuteronomium auseinandersetzt und es ĂŒberbieten will. Sie ist damit ein klassisches Beispiel fĂŒr Rewritten Bible. WĂ€hrend der Erstherausgeber Yigael Yadin 1976 die Tempelrolle fĂŒr ein Werk der Essener hielt, wird diese Meinung heute kaum noch vertreten. Die Tempelrolle ist Ă€lter als die von antiken Autoren beschriebene Gruppe der Essener. Ihre Endredaktion fand im 3./2. Jahrhundert v. Chr. statt, in Kreisen, die dem spĂ€teren Jachad ideologisch nahestanden.cite-ref-102[102] Gott selbst wird in der Tempelrolle eine systematische Neufassung der Tora in den Mund gelegt, die Mittlergestalt des Mose ist ĂŒberflĂŒssig geworden. Ein weiterer Vorzug: Nicht erst 40 Jahre spĂ€ter im Lande Moab, sondern direkt am Sinai gibt JHWH die in der Tempelrolle niedergelegte, verbindliche Interpretation seiner Tora. Die Tempelrolle ersetzt das Deuteronomium aber nicht, sondern verhĂ€lt sich zu diesem wie eine Korrektur, ErgĂ€nzung oder Systematisierung. Darum enthĂ€lt sie weder das Schma Jisrael noch die Zehn Gebote. Es reichte den Verfassern offenbar, dass diese Texte im Deuteronomium enthalten waren, das mit dem hermeneutischen SchlĂŒssel der Tempelrolle gelesen werden sollte.cite-ref-103[103]
In den Höhlen am Toten Meer fanden Beduinen antike Gebetsriemen (Tefillin); die Ă€ltesten Exemplare stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Die Bewohner von Qumran haben demnach Dtn 6,8â9 befolgt, aber nicht in der Weise, wie diese Gebote spĂ€ter im rabbinischen Judentum interpretiert wurden. Die antiken Tefillin waren lederne Kapseln mit bis zu vier FĂ€chern, die teilweise noch beschriftete PergamentstĂŒcke enthielten, auĂerdem separate Lederriemen und PergamentstĂŒcke ohne Kapseln. Einige davon hĂ€lt man fĂŒr Mesusot, wobei allerdings kein antikes GehĂ€use einer Mesusa bekannt ist. Unter den Bibeltexten, die in Tefillin enthalten waren, ist auch der Dekalog, der im antiken Judentum eine sehr hohe Stellung hatte.cite-ref-104[104]
Deuteronomium im Neuen Testament
Nicht nur in Qumran, auch in der Urchristenheit war das Deuteronomium eine viel gelesene Schrift. Nach den Psalmen und Jesaja steht es an dritter Stelle der im Neuen Testament hÀufig zitierten alttestamentlichen Schriften.
Ein Beispiel aus der Logienquelle Q, das MatthĂ€usevangelium (Mt 4,1â11 ) ĂŒbernahm diesen Abschnitt fast unverĂ€ndert: Jesus verbringt nach seiner Taufe 40 Tage fastend in der WĂŒste und wird vom Teufel in Versuchung gefĂŒhrt. Dreimal wehrt Jesus die Versuchung mit einem Zitat aus dem Deuteronomium ab (Dtn 8,3 ; Dtn 6,16 und Dtn 6,13 ). Der Verfasser der Jesus-ErzĂ€hlung las das Deuteronomium in seiner griechischen Fassung und bezog aus dem Kontext weitere Stichworte: Nach Dtn 8,2â5 fĂŒhrte (áŒ€ÎłÎ±ÎłÎ”Îœ ážgagen) Gott das Volk Israel fĂŒr 40 Jahre in die WĂŒste, indem er es versuchte (áŒÎșÏΔÎčÏÎŹÏáż ekpeirĂĄsÄ), ob es seine Gebote halte, und um es zu erziehen wie einen Sohn.cite-ref-105[105] FĂŒr den Evangelisten MatthĂ€us ist Jesus Gottes Sohn, indem er das Grundgebot der Gottesliebe hĂ€lt. Einen weitergehenden Bezug der VersuchungserzĂ€hlung auf das Schma Jisrael sah Birger Gerhardsson: Die erste Versuchung zeige, dass man Gott von ganzem Herzen lieben solle, die zweite, mit dem ganzen Leben, die dritte, mit ganzer Kraft bzw. mit dem ganzen Eigentum.cite-ref-106[106]
âDie VersuchungserzĂ€hlung wurde nicht von einem schlichten Geist niedergeschrieben, der seine Geschichte mit Hilfe einiger Zitate aus einer alten und hochgeschĂ€tzten Schriftrolle komponierte. Im Gegenteil, wir haben hier eine ErzĂ€hlung, die den Stempel spĂ€tjĂŒdischercite-ref-107[107] und frĂŒhchristlicher schriftgelehrter Tradition trĂ€gt. Es ist ein Beispiel eines frĂŒhen christlichen Midrasch.â
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Birger Gerhardsson
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The testing of Godâs son (Matt 4:1-11 & Par): an analysis of an early Christian Midrash
Die Lebensweise der Jerusalemer Urgemeinde beschrieb der Verfasser der Apostelgeschichte (Apg 2â5) mit Motiven des Deuteronomiums. Insbesondere sollte es in der christlichen Gemeinde keine Armen mehr geben (vgl. Dtn 15,4 ), weil vorhandene GĂŒter geteilt wurden. Die Freude, die das Deuteronomium mit den Pilgerfesten am Zentralheiligtum verbindet, wurde in der christlichen Mahlfeier erlebbar (Apg 2,44â46 ). Vermittelt durch die Apostelgeschichte, wirken Themen des Deuteronomiums auf die moderne christliche Pastoraltheologie ein.cite-ref-109[109]
Paulus von Tarsus entwickelte seine Rechtfertigungslehre in Auseinandersetzung mit dem Deuteronomium. Ein Beispiel: Im Römerbrief (Röm 10,6â9 ) legte Paulus Dtn 30,12â14 fĂŒr seine christlichen Leser aus. Paulus entnahm dem Deuteronomium einerseits, dass es fĂŒr Israel wirklich auf das Tun der Gebote ankomme, und andererseits, dass Israel trotz seines Ungehorsams von Gott angenommen werde. Die Spannung zwischen âGesetz und Evangeliumâ, kennzeichnend fĂŒr paulinische Theologie, war also im Deuteronomium schon angelegt.cite-ref-110[110]
Pessach-Haggada
Der Sederabend, mit dem das jĂŒdische Pessachfest beginnt, nahm Elemente des antiken Symposions auf; dazu gehört ein TischgesprĂ€ch mit pĂ€dagogischem Charakter.cite-ref-111[111] Die Mischna (Pesachim X4) legte fest, dass jeder verpflichtet sei, den Abschnitt Dtn 26,5â10 seinen Kindern ausfĂŒhrlich zu erklĂ€ren und traditionelle sowie eigene Interpretationen anzufĂŒhren. Im Ablauf des Seder gibt es zunĂ€chst eine Beracha (Lobspruch: Gott, der seine Versprechungen hĂ€lt), sodann den Abschnitt ze u-lemad: âGeh und lerne, was Laban, der AramĂ€er, unserem Vater Jakob antun wollte âŠâcite-ref-112[112] Sodann folgt in der Pessach-Haggada, dem Textbuch fĂŒr den Sederabend, eine traditionelle Auslegung von Dtn 26,5â10. Es ist eine Kompilation verschiedener Midraschim, die wohl im FrĂŒhmittelalter ihre abschlieĂende Form erhielt.cite-ref-113[113]
Eine Besonderheit der Pessach-Haggada ist die Interpretation des Verses Dtn 26,5 . Hier stellt sich auch fĂŒr den heutigen Leser ein Problem: Auf welche biblische Gestalt passt die Aussage âMein Vater war ein heimatloser AramĂ€er. Er zog nach Ăgypten âŠâ? Am ehesten wohl auf Jakob, aber der ist im Buch Genesis nicht als AramĂ€er dargestellt.
âą Die Ăbersetzer der Septuaginta fanden eine elegante Lösung, indem sie die Worttrennung im hebrĂ€ischen Konsonantentext Ă€nderten (ŚŚšŚ ŚŚŚŚ ŚŚŚ statt ŚŚšŚŚ ŚŚŚ ŚŚŚ),cite-ref-114[114] wodurch sich folgende Ăbersetzung ergibt: âMein Vater gab Syrien auf, ging hinunter nach Ăgypten âŠâcite-ref-115[115]
âą Der Kunstgriff des Midrasch besteht darin, die Vokalisierung des Konsonantentextes zu Ă€ndern: ÊŸArami ÊŸived ÊŸavi statt ÊŸArami ÊŸoved ÊŸavi. Mit dieser Vokalisierung hat der Satz folgende Bedeutung: âEin AramĂ€er suchte meinen Vater zu vernichten.â Nun ist klar: Der âVaterâ ist der Patriarch Jakob, der âAramĂ€erâ ist Jakobs Schwiegervater Laban, der im Buch Genesis eine ambivalente Haltung gegenĂŒber Jakob einnimmt. In der Pessach-Haggada wird Laban zum Schurken der Geschichte. Nach Louis Finkelstein ist dieses TextverstĂ€ndnis, das dann in der Pessach-Haggada Aufnahme fand, der Ă€lteste Midrasch in der rabbinischen Literatur. Er datiert ihn ins 3./2. Jahrhundert v. Chr. und damit in die Zeit der Auseinandersetzungen zwischen AnhĂ€ngern der Seleukiden und der PtolemĂ€er in Jerusalem. Beide Gruppen kann man hinter den Begriffen AramĂ€er/Syrien bzw. Ăgypten vermuten.cite-ref-116[116]
Die von der Pessach-Haggada vertretene Vokalisierung wird auch von den Ăbersetzern des Deuteronomiums ins AramĂ€ische (Targum Onkelos) und ins Arabische (Saadja Gaon) geteilt. Aus philologischen GrĂŒnden lehnte Abraham ibn Esra dieses TextverstĂ€ndnis ab, ebenso Obadja ben Jacob Sforno und Samuel ben Meir. Damit war die Deutung auf Laban in der rabbinischen Exegese zwar weitverbreitet und durch die Haggada popularisiert, aber nicht unumstritten.cite-ref-117[117]
Deuteronomium und Halacha
Dtn 13,1 enthĂ€lt die sogenannte Kanonformel. Sie wird aber, wie Hanna Liss erlĂ€utert, im Judentum nicht so verstanden, âals ob man nur das auszufĂŒhren habe, was die Tora gebietet (und nur auf diese Weise). Die Rabbinen haben stets Gebote an die AktualitĂ€t der Situation angepasst, Gesetze hinzugefĂŒgt oder StrafmaĂnahmen uminterpretiert.âcite-ref-118[118] Passagen und ganze Traktate der Mischna beziehen sich auf Abschnitte des Deuteronomiums. GĂŒnter Stemberger nennt folgende Beispiele:cite-ref-119[119]
âą Rezitation des Schma Jisrael (Dtn 6,4â9 ; Dtn 11,13ff. ): Mischna Brachot, Kapitel 1â2;
âą Zehnt (Dtn 14,22â27 ; Dtn 26,12â15 ): Mischna MaÊżasrot und Mischna MaÊżaser Scheni;
âą ErstlingsfrĂŒchte (Dtn 26,1â11 ): Mischna Bikkurim;
âą Leviratsehe (Dtn 25,5â11 ): Mischna Jevamot;
âą Ausnahmen vom MilitĂ€rdienst (Dtn 20,1â9 ) und SĂŒhnung eines Mordes bei unbekanntem TĂ€ter (Dtn 21,1â8): Mischna Sota, Kapitel 8.
Ein Beispiel fĂŒr die Entfaltung einer biblischen Halacha ist ŚŚ ŚȘŚ©ŚŚŚȘ Bal Taschchit (âVernichte nichts!â): Dtn 20,19â20 ist im Bibeltext bezogen auf ObstbĂ€ume, die unter Schutz gestellt werden. Heute versteht man das so, dass ObstbĂ€ume stellvertretend fĂŒr alle Pflanzen genannt sind. Bal Taschchit steht heute fĂŒr Schonung der natĂŒrlichen Ressourcen und Umweltschutz ĂŒberhaupt.cite-ref-1-120-0[120]
Mose als Typus des Papstes
In keiner europĂ€ischen Stadt ist Mose visuell so prĂ€sent wie im Rom der Renaissance.cite-ref-121[121] Mose konnte nĂ€mlich als Bild fĂŒr Christus (typus Christi) und als Bild fĂŒr den Papst (typus papae) interpretiert werden. Die Grundlage fĂŒr diese humanistische BeschĂ€ftigung mit der Figur des Mose war ein Werk der christlichen SpĂ€tantike: Gregor von Nyssas âLeben des Moseâ (De vita Moysis), das 1446 aus dem Altgriechischen ins Lateinische ĂŒbersetzt worden war. Das Werk wurde am pĂ€pstlichen Hof gelesen und weckte das Interesse, die AutoritĂ€t und das Prestige der PĂ€pste mit Hilfe der Mose-Typologie zu fördern. Der umbrische Humanist Lilio Tifernate verehrte Papst Sixtus IV. 1480 eine lateinische Ăbersetzung von Philo von Alexandrias âLeben des Moseâ. Das altgriechische Original des jĂŒdischen Gelehrten Philo hatte schon Gregor von Nyssa als Quelle fĂŒr viele Einzelheiten seiner Mose-Biografie gedient.cite-ref-2-122-0[122]
Vor diesem Hintergrund wurde das Bildprogramm fĂŒr die Ausmalung der Sixtinischen Kapelle festgelegt. An den WĂ€nden stehen Szenen aus dem Leben des Mose Szenen aus dem Leben Christi gegenĂŒber.cite-ref-123[123] Sie sind so ausgewĂ€hlt, dass Parallelen zwischen Christus und Mose als Herrscher, Priester und Gesetzgeber ihrer jeweiligen Gemeinschaften suggeriert werden. Ăber diesem Bilderzyklus sind PortrĂ€ts der frĂŒhen PĂ€pste zu sehen, so dass auch die Papst-Typologie beim Betrachter in Erinnerung gerufen wird.
Das Fresko âTestament und Tod des Moseâ malte Luca Signorelli 1482 fĂŒr diesen Bilderzyklus. Hier sind die verschiedenen Ereignisse von Moses Todestag zu sehen und damit wesentliche Motive des Buchs Deuteronomium:cite-ref-124[124]
âą im Vordergrund links die Einsetzung des Josua durch Ăbergabe eines Stabes;
âą im Vordergrund rechts die Verlesung des Gesetzes, wobei Mose auf seinem Lehrstuhl die Volksmenge ĂŒberragt;
âą im zentralen Hintergrund Moses Ausblick auf das Land der VerheiĂung.
Tod und BegrĂ€bnis des Mose hat der KĂŒnstler in eine Felslandschaft links im Hintergrund verlegt, wĂ€hrend im Vordergrund der lehrende Mose und die um ihn gescharte Volksmenge â Frauen und MĂ€nner, Greise und Kinder â den Blick des Betrachters auf sich zieht.cite-ref-125[125] Ein aufmerksam zuhörender junger Mann in der Bildmitte ist als GegenĂŒber des greisen Mose besonders hervorgehoben. Vielleicht reprĂ€sentiert er die Nichtjuden, die sich im Lager der Israeliten befinden (vgl. Dtn 29,11 ).cite-ref-126[126] Das Testament des Mose hat in der Sixtinischen Kapelle sein typologisches GegenĂŒber in der JĂŒngerbelehrung beim Letzten Abendmahl.cite-ref-2-122-1[122]
Calvins Deuteronomium-Predigten
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Hauptartikel
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Usus in renatis
In 200 Predigten legte Johannes Calvin vom 20. MÀrz 1555 bis zum 15. Juli 1556 seiner Genfer Gemeinde das Deuteronomium fortlaufend aus. Er hatte dieses biblische Buch wahrscheinlich ausgewÀhlt, um sozialethische Themen ansprechen zu können. Die Hörerschaft lebte vorwiegend im Wohlstand.cite-ref-127[127]
âOh, es scheint den Reichen, die Armen dĂŒrften gar nicht in ihre NĂ€he kommen. Sie möchten gleichsam eine getrennte Welt haben. Wennâs nicht so wĂ€re, dass sie von den Armen bedient werden wollen, wĂ€ren sie ganz zufrieden damit, sie ĂŒberhaupt nie zu sehen.â
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Johannes Calvin
:
Predigt ĂŒber
Dtn
15,11â15 vom 30. Oktober 1555
GrundsĂ€tzlich galt fĂŒr Calvin: Warum einige Menschen arm sind und andere reich, ist das Geheimnis Gottes. Die Christen wĂŒrden von Gott durch ungleiche GĂŒterverteilung vor verschiedene Aufgaben gestellt, an denen sich zeigen solle, wie sie sich ethisch bewĂ€hrten. Calvin kombinierte Dtn 15,4 und Dtn 15,11 zum Grundsatz: Bettelei muss rigoros unterbunden werden, den Armen dagegen muss man helfen. Die spĂ€tmittelalterliche Almosenfrömmigkeit begĂŒnstige nur BetrĂŒger.cite-ref-129[129] In seinen Deuteronomium-Predigten stellte Calvin allerdings kein neuartiges Konzept vor, wie die Armen besser unterstĂŒtzt werden könnten. Bereits vor Calvins Ankunft hatte die Stadt Genf ihre ArmenfĂŒrsorge reorganisiert.cite-ref-130[130]
Calvin hatte insofern ein historisches Bewusstsein, dass er nicht versuchte, Sozialgesetze des antiken Israel auf das Genf seiner Zeit zu ĂŒbertragen. Aber die Grundintention der Gesetze sei ĂŒberzeitlich und exemplarisch. âBesonders fasziniert ihn die biblische Vorstellung, dass das Land von Gott seinen Besitzern nur als Leihgabe zur VerfĂŒgung gestellt worden ist. [âŠ] Wenn nĂ€mlich Arme die Reichen darum bitten, ihnen etwas von ihrem Besitz zu ĂŒberlassen, fordern sie im Auftrag Gottes so etwas wie den Pachtzinsâ, kommentiert Frank Jehle. Calvin analysierte auch, warum Reiche sich oft an ihren Reichtum klammerten, und machte dahinter Zukunftsangst aus. Jehle vergleicht Adam Smiths und Calvins Wirtschaftsethik und findet einen grundsĂ€tzlichen Unterschied: âNach Adam Smith fĂŒhrt der egoistische Trieb des einzelnen unwillkĂŒrlich zum Wohl der Allgemeinheit. Nach Calvin ist der egoistische Trieb Ausdruck von Misstrauen und Glaubenslosigkeit und hat die verhĂ€ngnisvolle Auswirkung, dass die Reichen immer reicher werden.âcite-ref-131[131]
Kontrastgesellschaft
Der Begriff Kontrastgesellschaft wurde durch die BrĂŒder Gerhard und Norbert Lohfink geprĂ€gt. Gerhard Lohfink, Neutestamentler, sah die Kirche dazu berufen, Kontrastgesellschaft zu sein. Zwei Aspekte der Kontrastgesellschaft Kirche fand er 1982 im Deuteronomium:cite-ref-132[132]
âą eine strenge Trennung des Volkes Gottes von anderen Völkern (Dtn 7,6â8 ), und
âą die alternative Gesellschaftsordnung, worin sich das âheilige Volkâ von allen Völkern der Erde unterscheide (Dtn 7,11 ).
Norbert Lohfink, einer der prĂ€genden katholischen Alttestamentler im deutschen Sprachraum, verwendete den Begriff âKontrastgesellschaftâ etwas spĂ€ter fĂŒr das Gesellschaftsmodell des Deuteronomiums.cite-ref-133[133] Georg Braulik machte die Kontrastgesellschaft 1986 zum Leitmotiv seines Deuteronomium-Kommentars (Neue Echter-Bibel); die Bezugnahme auf die Ekklesiologie ist Programm: âDie im Dtn entworfene Gesellschaft gehört in die Vorgeschichte des Neuen Testaments. ⊠Es ist ein besonderes Anliegen dieses Kommentars, die bis zu uns reichende ekklesiologisch-gesellschaftliche Weisungskraft des Dtn zum Sprechen zu bringen.âcite-ref-134[134]
Das ekklesiologische Konzept Kontrastgesellschaft war ein PhĂ€nomen vor allem der 1980er Jahre. Kritiker merkten seinerzeit an, dass die âWeltâ durchgĂ€ngig negativ bewertet werde. Die Vertreter des Konzepts riefen dazu auf, modellhafte christliche Alternativgesellschaften aufzubauen. Die Kritiker meinten, dies sei fĂŒr die Ortsgemeinden als ganze keine realistische Option.cite-ref-135[135] Wolfgang Huber sprach von einer âFlucht in die Kontrastgesellschaftâ, die in zwei Spielarten anzutreffen sei: Kirche als âheilige Kontrastgesellschaftâ, die sich als HĂŒterin vermeintlich zeitloser GlaubensĂŒberzeugungen und Werte verstehe, und Kirche als âprophetische Kontrastgesellschaftâ, die fĂŒr sich in Anspruch nehme, die Ursachen fĂŒr Armut und Hunger und die Mittel zu ihrer Ăberwindung zu kennen. Beide Kontrastgesellschaften haben, so Huber, einen elitĂ€ren Zug.cite-ref-136[136]
Paradigma kultureller Mnemotechnik
In mehreren Arbeiten hat der Ăgyptologe Jan Assmann die Bedeutung des Deuteronomiums fĂŒr die BegrĂŒndung einer neuartigen kulturellen Mnemotechnik verdeutlicht. Diese habe in der ErzĂ€hlung vom Fund des Tora-Buchs im Jerusalemer Tempel ihre Urszene oder GrĂŒndungslegende. Die HistorizitĂ€t sei fraglich, aber als âErinnerungsfigurâ sei sie wichtig. Die Kultreform Joschijas machte den Tempel in Jerusalem zum einzigen legitimen Kultort: ein gewollter Traditionsbruch. Legitimiert werde dieser Umbruch durch ein plötzlich aufgetauchtes Buch, also eine âvergessene Wahrheitâ. Das Thema Erinnerung werde dadurch dramatisiert. Vergessen und Erinnern sind Leitmotive im Deuteronomium.cite-ref-137[137]
Das Deuteronomium stelle acht Verfahren kulturell geformter Erinnerung vor:
1. Beherzigung â Einschreiben ins eigene Herz;
2. Weitergabe an die nÀchste Generation, Kommunikation;
3. Sichtbarmachung durch Körperzeichen (Tefillin);
4. Einschreiben an den Grenzen des eigenen Bereichs (Mesusa);
5. Einschreiben auf gekalkten Steinen, die öffentlich aufgestellt werden sollen;
7. Poesie als zusĂ€tzliche Form der Erinnerung â Lied des Mose in Dtn 31;
8. Niederschrift der Tora und Verpflichtung auf ihre regelmĂ€Ăige Verlesung.
âVon diesen acht Formen kollektiver Mnemotechnik ist die achte die entscheidende. Sie bedeutet einen Eingriff in die Tradition, der die in stĂ€ndigem FluĂ befindliche FĂŒlle der Ăberlieferungen einer strengen Auswahl unterwirft, das AusgewĂ€hlte kernhaft verfestigt und sakralisiert, d. h. zu letztinstanzlicher Hochverbindlichkeit steigert und den Traditionsstrom ein fĂŒr allemal stillstellt.âcite-ref-138[138]
Forschungsgeschichte
Die mittelalterlichen jĂŒdischen Kommentatoren befassten sich intensiv mit dem Buch Deuteronomium. Folgende Stellen galten als besonders schwierig:
âą Dtn 1,1 : Der Ausdruck âjenseits des Jordanâ im Mund des Mose wirkt eigenartig, da Mose den Jordan ja nie ĂŒberschreiten durfte.
âą Dtn 2,12 : Hier wird auf die Eroberung Kanaans zurĂŒckgeblickt, die fĂŒr Mose in der Zukunft liegt.
âą Dtn 2,34 ; Dtn 3,4 : Die Formulierungen âzu jener Zeitâ und âbis zu diesem Tagâ implizieren, dass seitdem viel Zeit vergangen ist.
âą Dtn 3,11 : Das Bett des Riesen Og als Beweis fĂŒr seine RiesengröĂe impliziert, dass Og schon lange verstorben ist.
âą Dtn 31,24 : Ein Buch kann nicht Aktionen des Autors nach dessen Fertigstellung beschreiben.
Abraham ibn Esra vermutete deshalb im 12. Jahrhundert, im Buch Deuteronomium seien einige SĂ€tze nach dem Tod des Mose hinzugefĂŒgt worden.cite-ref-139[139] Ibn Esra drĂŒckte sich jedoch unklar aus, wohl um Sanktionen zu vermeiden.cite-ref-140[140]
Baruch de Spinoza vertrat 1670 im Tractatus theologico-politicus die Meinung, Esra habe ein groĂes Geschichtswerk verfasst, das die Zeit von der Weltschöpfung bis zur Zerstörung Jerusalems behandle, bzw. die biblischen BĂŒcher von Genesis bis zum 2. Buch der Könige (sogenannter Enneateuch, âNeunbuchâ). In kritischer Auseinandersetzung mit Spinoza entwickelte der Oratorianer Richard Simon 1678 seinerseits eine Enneateuch-Hypothese: âĂffentliche Schreiberâ und âöffentliche Rednerâ hĂ€tten die Tora des Mose fortentwickelt, und Esra habe diese Texte gesammelt und ĂŒberarbeitet.cite-ref-141[141]
Das 19. Jahrhundert begann mit einem Paukenschlag fĂŒr die Deuteronomiumsforschung: Wilhelm Martin Leberecht de Wette stellte in seiner Jenaer Dissertation 1805 die These auf, das im Tempel gefundene Tora-Buch (2 Kön 22,8â10) sei eine frĂŒhe Form des Deuteronomiums und stehe in Zusammenhang mit den ReformmaĂnahmen König Joschijas. Und â das war das eigentlich Neue â es sei auch erst in dieser Zeit, kurz vor seiner Auffindung, verfasst worden, folglich sei Mose nicht der Autor gewesen.cite-ref-142[142]
Von de Wettes These ausgehend, stellten sich der Forschung neue Fragen: Handelte es sich beim Ur-Deuteronomium um einen frommen Betrug â reformfreudige Hofbeamte schrieben ein Werk, das ihre Anliegen enthielt, und deponierten es im Tempel so, dass es bald gefunden werden musste? Oder war die ErzĂ€hlung vom Buchfund eine Legende, um dem Deuteronomium ein hohes Alter, und das hieĂ: groĂe AutoritĂ€t, zu verschaffen?cite-ref-143[143] DarĂŒber wurde im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert intensiv diskutiert, woran auch jĂŒdische Theologen und Historiker teilnahmen, die sich unterschiedlich positionierten. Heinrich Graetz z. B. konnte de Wettes Theorie in seine Geschichtskonzeption integrieren: âIst das Buch uralt? Oder ist es erst kurz vor seinem Auffinden geschrieben worden? MĂŒĂige Fragen! Wenn auch nicht uralt, so kommt ihm kein Gesetzbuch der schriftkundigen Völker an Alter gleich, wie es auch alle GesetzbĂŒcher an Erhabenheit und Schönheit ĂŒbertrifft. Ein Gesetzbuch mit gewinnender Herzlichkeit und milder Innigkeit ist gewiĂ eine seltene Erscheinung.âcite-ref-144[144]
David Hoffmann dagegen verteidigte die mosaische Autorschaft in mehreren Kommentaren zum Pentateuch, weil hier aus seiner Sicht etwas Entscheidendes auf dem Spiel stand. Seinem Kommentar zum Buch Levitikus stellte er einige hermeneutische GrundsĂ€tze voran, die so beginnen: âDer jĂŒdische ErklĂ€rer des Pentateuchs hat einen besonderen Umstand zu berĂŒcksichtigen, ⊠der ihm gewissermaĂen die Gesetze fĂŒr seine Exegese vorschreibt. Dieser Umstand ist: unser Glaube an die Göttlichkeit der jĂŒdischen Tradition.âcite-ref-145[145]
Die PĂ€pstliche Bibelkommission verwarf 1906 die Neuere Urkundenhypothese und lehrte verbindlich, dass Mose der Verfasser des Pentateuch sei. Dies mĂŒsse aber nicht als eigenhĂ€ndiges Schreiben oder Diktat des Mose aufgefasst werden; möglicherweise hĂ€tten mehrere Schreiber unter Aufsicht des Mose den Text erstellt. Ăltere Quellen und mĂŒndliche Traditionen könnten mit Billigung Moses eingearbeitet worden sein; TextĂ€nderungen und Ăberlieferungsfehler in der nachmosaischen Zeit seien möglich. Damit war fĂŒr römisch-katholische Alttestamentler das Feld ihrer Pentateuchforschung verbindlich abgesteckt.cite-ref-146[146] (Mitte des 20. Jahrhunderts öffnete sich die römisch-katholische Kirche fĂŒr die Bibelwissenschaften, zunĂ€chst in der Bibelenzyklika Divino afflante Spiritu und dann im Kontext des Zweiten Vatikanischen Konzils.)
Im frĂŒhen 20. Jahrhundert wurde die SchwĂ€che der de Wetteschen These unĂŒbersehbar. Denn was stand in dem Ur-Deuteronomium aus der Zeit Joschijas? Jetzt wurde es methodisch schwierig. Die Abgrenzung des Ur-Deuteronomiums erfolgte anhand der Joschija in 2 Kön 22â23 zugeschriebenen ReformmaĂnahmen. 2 Kön 22â23 ist aber selbst ein redaktionell (deuteronomistisch) bearbeiteter Text: ein Zirkelschluss.cite-ref-147[147] Gustav Hölscher kritisierte 1922 die Versuche, ein Ur-Deuteronomium zu rekonstruieren, indem man âhinĂŒberschieleâ, welche Texte im Deuteronomium auf die in 2 Kön 22â23 beschriebenen Reformen Joschijas passten.cite-ref-148[148] Hölscher selbst sah im Deuteronomium einen utopischen Gesellschaftsentwurf der nachexilischen Zeit. Er verwies z. B. auf den âweltfremden Idealismus des Gesetzgebersâ, der sich in den Sozialgesetzen des Deuteronomiums zeige: âMan kann das Deuteronomium wohl als Appell an die milde Gesinnung begreifen, aber schwerlich als Staatsgesetz.âcite-ref-149[149]
FĂŒr die Neuere Urkundenhypothese war eine Datierung des Deuteronomiums nach dem Jahwisten und vor der Priesterschrift aber unverzichtbar, deshalb musste der Zusammenhang des Deuteronomiums mit der Reform König Joschijas unbedingt gewahrt bleiben. Aus diesem Grund lehnten die namhaften deutschen protestantischen Alttestamentler eine SpĂ€t- wie auch FrĂŒhdatierung des Deuteronomiums einhellig ab. Zwei Wege standen der Deuteronomiumsforschung danach offen:
âą Analyse der literarischen Schichtung anhand des Wechsels der Anrede zwischen âduâ und âihrâ (Carl Steuernagel). Als Faustregel galt: Formulierungen im Singular seien Ă€lter, pluralische Formulierungen seien spĂ€ter ergĂ€nzt.cite-ref-150[150]
âą Annahme sehr alter, vorstaatlicher Quellentexte, die in das Ur-Deuteronomium eingearbeitet seien (Gerhard von Rad).
Indem er das Deuteronomium nicht als Teil des Pentateuch, sondern als Teil des deuteronomistischen Geschichtswerks (DtrG) verstanden wissen wollte, âimmunisierteâ Martin Noth die Urkundenhypothese gegen mögliche Anfragen der Deuteronomium-Fachleute.cite-ref-151[151] So ging die alttestamentliche Wissenschaft im 20. Jahrhundert von der Annahme aus, dass ein tiefer Bruch zwischen den BĂŒchern Numeri und Deuteronomium bestehe, wĂ€hrend das Deuteronomium mit den nachfolgenden GeschichtsbĂŒchern (Josua bis 2. Buch der Könige) vielfĂ€ltig verbunden sei. âDas Dtn war zunĂ€chst KopfstĂŒck des deuteronomistischen Geschichtswerks, bevor es dann im Zuge der Formierung der Tora dem Tetrateuch [= die BĂŒcher Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri] als dessen Ende zugeschlagen wurde.âcite-ref-152[152] Hatte Noth eine Verfasserpersönlichkeit (den Deuteronomisten) hinter dem Deuteronomistische Geschichtswerk gesehen, so ging die Exegese bald davon ab und postulierte eine Deuteronomistische Schule, die ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum die geschichtlichen BĂŒcher der HebrĂ€ischen Bibel ĂŒberarbeitet habe. ZunĂ€chst wurde vorausgesetzt, dass die Redaktoren das Deuteronomium (bis auf die Einleitungskapitel 1â3) en bloc ĂŒbernommen hatten. Horst-Dietrich PreuĂ dagegen rechnete damit, dass sie auch im Deuteronomium selbst bearbeitend tĂ€tig geworden waren. Damit war in den 1980er Jahren die Untersuchung des âdeuteronomistischen Deuteronomiumsâ eröffnet. Irritierenderweise lieĂ sich die im Deuteronomium etwa von Dietrich Knapp (1987) ermittelte Schichtung nicht zu dem sogenannten Göttinger Schichtenmodell des Deuteronomistischen Geschichtswerks in Beziehung setzen.cite-ref-153[153]
Das Deuteronomium hat eine eigenartige Zwischenstellung, mit der es sowohl in der Neueren Urkundenhypothese als auch in der Hypothese des Deuteronomistischen Geschichtswerks schwer zu integrieren war. âDoch nachdem sowohl die Neuere Urkundenhypothese als auch die These des DtrG ins Wanken geraten sind, ist die Partie wieder eröffnetâ, schrieb Reinhard Gregor Kratz 2002.cite-ref-154[154] Beispielsweise nehmen Vertreter des MĂŒnsteraner Pentateuchmodells ein âgroĂes nachexilisches Geschichtswerkâ an, das in der Grundidee nichts anderes ist als der Enneateuch, wie er schon von Spinoza und Simon im 17. Jahrhundert vertreten wurde.cite-ref-155[155]
An der Wende zum 21. Jahrhundert war die diachrone, am historischen Wachstum des Textes interessierte Analyse in den Ruf geraten, dass sie mit ihrem Instrumentarium den Text in kleine und kleinste Fragmente zerlege, die aber hypothetisch bleiben und ĂŒber die meist kein Konsens erzielt werden kann. Im Ergebnis nehme sie dem Exegeten das einzig Sichere, was er in HĂ€nden hĂ€lt: den Text.cite-ref-156[156] Die synchrone Analyse wird etwa seit der Jahrtausendwende von vielen Exegeten bevorzugt, ist aber noch dabei, ihr Instrumentarium zu entwickeln.cite-ref-157[157] Sie befasst sich mit dem Text, wie er jetzt vorliegt. Im Hintergrund steht der Literary Turn in der Exegese des Alten Testaments: Anstatt die Autoren und Redaktoren und ihre mutmaĂlichen Interessen zu rekonstruieren, steht nun die Interaktion zwischen Text und Leser im Mittelpunkt. Aus der FĂŒlle neuerer Arbeiten zwei Beispiele: Den ersten synchronen Gesamtentwurf zum Deuteronomium legte Jean-Pierre Sonnet 1997 vor.cite-ref-158[158] Sonnet untersucht das Motivs der Verschriftung durch Mose als selbstreflexiven Legitimationsmodus im Deuteronomium.cite-ref-159[159] Geert Johan Venema (2004) sieht die HebrĂ€ische Bibel als literarischen Text, in dem Texte auf andere Texte verweisen, aber nicht auf eine RealitĂ€t auĂerhalb der Textwelt. Der Kanon setze den Rahmen, innerhalb dessen Texte aus verschiedenen biblischen BĂŒchern, die ein gemeinsames Thema behandeln, miteinander ins GesprĂ€ch gebracht werden könnten.cite-ref-160[160]
Literatur
Textausgaben
âą Biblia Hebraica Stuttgartensia. Deutsche Bibelgesellschaft, 5. Auflage Stuttgart 1997, ISBN 3-438-05219-9.
âą Deuteronomy. ŚÖ”ŚÖ¶ÖŒŚ ŚÖ·ŚÖ°ÖŒŚÖžŚšÖŽŚŚ. Hrsg. von Carmel McCarthy (= Biblia Hebraica Quinta. Faszikel 5). Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2005. ISBN 978-3-438-05265-0.
âą The Jerusalem Bible Edition of The Koren Tanakh. HebrĂ€isch / Englisch. Koren Publishers, 3. Auflage Jerusalem 2015. ISBN 978-965-301-723-8. Standardausgabe der HebrĂ€ischen Bibel in Israel, englische Ăbersetzung (von Harold Fisch) genehmigt durch die Rabbiner Moshe Feinstein und Joseph B. Soloveitchik.
Hilfsmittel
âą Wilhelm Gesenius: HebrĂ€isches und AramĂ€isches Handwörterbuch ĂŒber das Alte Testament. Hrsg.: Herbert Donner. 18. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-25680-6.
Ăberblicksdarstellungen
âą Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-17-030351-5, S. 152â182.
âą Jan Christian Gertz: Das Deuteronomium. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. 6., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019, ISBN 978-3-8252-5086-7, S. 248â260.
âą Hanna Liss: Das Buch Devarim (Deuteronomium). In: Tanach. Lehrbuch der jĂŒdischen Bibel (= Schriften der Hochschule fĂŒr JĂŒdische Studien. Band 8). UniversitĂ€tsverlag C. Winter, 4., völlig neu ĂŒberarbeitete Auflage Heidelberg 2019, ISBN 978-3-8253-6850-0, S. 213â256.
âą S. Dean McBride Jr.: Art. Deuteronomium. In: Theologische RealenzyklopĂ€die. Band 8, 1981, S. 530â542.
âą Moshe Weinfeld, S. David Sperling: Art. Deuteronomy. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Band 5, 2007, S. 613â619.
Forschungsberichte
âą Eckart Otto: Perspektiven der neueren Deuteronomiumsforschung. In: Zeitschrift fĂŒr die alttestamentlichen Wissenschaft. Band 119, 2007, S. 319â340.
âą Horst Dietrich PreuĂ: Deuteronomium. (= ErtrĂ€ge der Forschung. 164). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1982, ISBN 3-534-07266-9.
âą Udo RĂŒterswörden: Alte und neue Wege in der Deuteronomiumsforschung. In: Theologische Literaturzeitung. Band 132, 2007, Sp. 877â889.
Kommentare
âą Eckart Otto: Deuteronomium 1,1â34,12. In: (Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament.) 4 BĂ€nde, Herder, Freiburg im Breisgau 2012â2017, ISBN 978-3-451-26808-3, ISBN 978-3-451-34145-8, ISBN 978-3-451-25077-4, ISBN 978-3-451-25078-1.
âą Eduard Nielsen: Deuteronomium (= Handbuch zum Alten Testament. Band I,6). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 1995, ISBN 3-16-146253-X.
âą Udo RĂŒterswörden: Das Buch Deuteronomium (= Neuer Stuttgarter Kommentar: Altes Testament. Band 4). Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2006, ISBN 3-460-07051-X.
âą Timo Veijola: Das fĂŒnfte Buch Mose: Kapitel 1,1â16,17. (= Das Alte Testament Deutsch. Band 8,1 der Neubearbeitung). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-51138-8.
Artikel und Monographien
⹠Ulrich Dahmen: Leviten und Priester im Deuteronomium. Literarkritische und redaktionsgeschichtliche Studien. (= Bonner biblische BeitrÀge. Band 110). PHILO, Bodenheim 1996, ISBN 3-8257-0039-9.
âą Karin Finsterbusch: Deuteronomium. Eine EinfĂŒhrung. UTB 3626. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012, ISBN 978-3-8252-3626-7.
âą Georg Fischer, Dominik Markl, Simone Paganini (Hrsg.): Deuteronomium â Tora fĂŒr eine neue Generation (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 17). Harrassowitz, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-447-06553-5.
⹠Jan Christian Gertz: Die Gerichtsorganisation Israels im deuteronomischen Gesetz (= Forschungen zur Religion und Literatur des Alten und Neuen Testaments. Band 165). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1994, ISBN 3-525-53847-2.
âą Bernard M. Levinson: Deuteronomy and the Hermeneutics of Legal Innovation. Oxford University Press, New York 1998. ISBN 978-0-19-515288-3.
⹠Norbert Lohfink: Studien zum Deuteronomium und zur deuteronomistischen Literatur 5. (= Stuttgarter biblische AufsatzbÀnde. Band 38). Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2005, ISBN 3-460-06381-5.
âą Dominik Markl: Gottes Volk im Deuteronomium (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 18). Harrassowitz, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-447-06763-8.
âą Eckart Otto: Gottes Recht als Menschenrecht. Rechts- und literaturhistorische Studien zum Deuteronomium (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 2). Harrassowitz, Wiesbaden 2002, ISBN 3-447-04276-1.
âą Eckart Otto: Das Deuteronomium: Politische Theologie und Rechtsreform in Juda und Assyrien (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr die alttestamentliche Wissenschaft. Band 284). Walter de Gruyter, Berlin / New York 1999, ISBN 3-11-016621-6.
âą Eckart Otto: Das postdeuteronomistische Deuteronomium als integrierender SchluĂstein der Tora. In: Die Tora: Studien zum Pentateuch: Gesammelte AufsĂ€tze (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 9). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, S. 421â446. (PDF)
âą Lothar Perlitt: Deuteronomium-Studien (= Forschungen zum Alten Testament. Band 8). Mohr (Siebeck), TĂŒbingen 1994, ISBN 3-16-146154-1.
âą Hans Ulrich Steymans: Deuteronomium 28 und die adĂȘ zur Thronfolgeregelung Asarhaddons: Segen und Fluch im Alten Orient und in Israel (= Orbis biblicus et orientalis. Band 145). Vandenhoeck & Ruprecht, Fribourg / Göttingen 1995, ISBN 3-525-53780-8. (Digitalisat)
Weblinks
Commons
: Deuteronomium
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą AnaBiDeut â Analytische Bibliografie zum Deuteronomium der UniversitĂ€t Wien
âą Udo RĂŒterswörden: Deuteronomium. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff., abgerufen am 2. Oktober 2023.
âą ErklĂ€rungen zum 5. Buch Mose JĂŒdisches Bildungszentrum Karlsruhe
âą Parascha â Die Junge Tora â Eine deutsche Ăbertragung der Devarim zur religiösen Unterweisung von Kindern und Jugendlichen.
Anmerkungen
cite-note-11. â Als Pentateuch wird in diesem Artikel die als Tora bekannte Schriftengruppe bezeichnet. Tora, âWeisungâ, gehört nĂ€mlich zu den Zentralbegriffen des Deuteronomiums und bezeichnet im Deuteronomium nicht den Pentateuch â zumindest nicht immer.
cite-note-22. â In diesem Artikel wird zur Transliteration des AlthebrĂ€ischen DIN 31636 verwendet.
cite-note-33. â Von Origenes durch seine griechische Transkription bezeugt: altgriechisch áŒÎ»Î»Î” áŒÎŽÎŽÎ”ÎČαÏÏ᜶Ό Ălle addebarĂŹm, vgl. Eusebius: Kirchengeschichte VI, 25. Auch in der Mischna, z. B. mSota VII,8. Durch eine ErwĂ€hnung bei Hieronymus wissen wir, dass der Titel in der SpĂ€tantike verkĂŒrzt wurde zu Addebarim; schlieĂlich entfiel auch der Artikel.
cite-note-44. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 15.
cite-note-55. â Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 175 f.
cite-note-66. â Wolfgang Kraus, Martin Karrer (Hrsg.): Septuaginta Deutsch. Das griechische Alte Testament in deutscher Ăbersetzung. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 175. Vgl. auĂerdem: ΎΔÏ
ÏΔÏÎż-ΜÏÎŒÎčÎżÎœ, ÏÏ,. In: A Greek-English Lexicon. Abgerufen am 12. September 2022.
cite-note-77. â hebrĂ€isch ŚÖ¶ŚȘÖŸŚÖŽŚ©Ö°ŚŚ Ö”Ś ŚÖ·ŚȘÖŒŚÖčŚšÖžŚ ŚÖ·ŚÖčÖŒŚŚȘ ÊŸet-mishneh hattorah hazzoÊŸt
cite-note-88. â altgriechisch Ï᜞ ÎΔÏ
ÏΔÏÎżÎœÏÎŒÎčÎżÎœ ÏοῊÏÎż tĂČ DeuteronĂłmion toĆ©to.
cite-note-99. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 16.
cite-note-1010. â Moshe Weinfeld, S. David Sperling: Art. Deuteronomy. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Band 5, 2007, S. 613.
cite-note-1111. â Josephus: Contra Apionem I, 38 f. In den Schriftrollen vom Toten Meer ist einmal (1Q30 I 4) von den âfĂŒnf BĂŒchernâ die Rede; es ist wahrscheinlich, wegen des fragmentarischen Textes aber nicht sicher, dass damit die fĂŒnf BĂŒcher Mose gemeint sind.
cite-note-1212. â Das Moselied in Dtn 32,1â34 und damit verbundene narrative Passagen gelten in der exegetischen Literatur vielfach als sekundĂ€re HinzufĂŒgungen, vgl. Karin Finsterbusch: Deuteronomium. Eine EinfĂŒhrung, Göttingen 2012, S. 187.
cite-note-1313. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 161 f.
cite-note-1414. â Moshe Weinfeld, S. David Sperling: Art. Deuteronomy. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Band 5, 2007, S. 618: The style of Deuteronomy is distinguished by its simplicity, fluency, and lucidity and may be recognized by its phraseology and especially by its rhetorical character.
cite-note-1515. â Moshe Weinfeld, S. David Sperling: Art. Deuteronomy. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Band 5, 2007, S. 614.
cite-note-1616. â Eckart Otto: Mose der Schreiber. In: Die Tora: Studien zum Pentateuch, Wiesbaden 2009, S. 470â479, hier S. 472: âEin synchron zu analysierendes Deuteronomium unter Absehen vom ĂŒbrigen Pentateuch gibt es nicht und wĂ€re eine unhistorisch-fiktive GröĂe âŠâ
cite-note-1717. â Das ist die Mehrheitsmeinung gegenĂŒber der von Reinhard Gregor Kratz vertretenen Minderheitsmeinung einer exilischen Abfassung. Vgl. Jan Christian Gertz: Das Deuteronomium, Göttingen 2019, S. 253.
cite-note-1818. â Christian Frevel: Geschichte Israels. Kohlhammer, Stuttgart 2018, S. 268.
cite-note-1919. â Moshe Weinfeld, S. David Sperling: Art. Deuteronomy. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Band 5, 2007, S. 614.
cite-note-5-2020. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 27 f.
cite-note-2121. â Angelika Berlejung: Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine EinfĂŒhrung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. Vandenhoeck & Ruprecht, 6., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 59â192, hier S. 114â116.
cite-note-2222. â Zeâev Herzog: Perspectives on Southern Israelâs Cult Centralization: Arad and Beer-sheba. In: Reinhard G. Kratz, Hermann Spieckermann (Hrsg.): One God â One Cult â One Nation: Archaeological and Biblical Perspectives (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr die alttestamentliche Wissenschaft. Band 405). Walter de Gruyter, Berlin / New York 2010, S. 169â197, bes. S. 196 f.
cite-note-2323. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 163 f.
cite-note-2424. â Angelika Berlejung: Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine EinfĂŒhrung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. Vandenhoeck & Ruprecht, 6., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 59â192, hier S. 116.
cite-note-2525. â Angelika Berlejung: Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine EinfĂŒhrung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. Vandenhoeck & Ruprecht, 6., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 59â192, hier S. 116 f.
cite-note-2626. â Hans Ulrich Steymans: Deuteronomium 28 und die adĂȘ zur Thronfolgeregelung Asarhaddons: Segen und Fluch im Alten Orient und in Israel, Fribourg / Göttingen 1995, S. 1.
cite-note-2727. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 173.
cite-note-2828. â Hans Ulrich Steymans: Deuteronomium 28 und die adĂȘ zur Thronfolgeregelung Asarhaddons: Segen und Fluch im Alten Orient und in Israel, Fribourg / Göttingen 1995, S. 284. Moshe Weinfeld, S. David Sperling: Art. Deuteronomy. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Band 5, 2007, S. 615.
cite-note-2929. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 172. Thomas Römer: Der Pentateuch. In: Walter Dietrich et al. (Hrsg.): Die Entstehung des Alten Testaments. Neuausgabe. Kohlhammer, Stuttgart 2014, S. 53â166, hier S. 158.
cite-note-3030. â Hans Ulrich Steymans: Deuteronomium 28 und die adĂȘ zur Thronfolgeregelung Asarhaddons: Segen und Fluch im Alten Orient und in Israel, Fribourg / Göttingen 1995, S. 377. Anders Christoph Koch, der mit einer Tradierung neuassyrischer Vertragstexte, darunter VTE, und ihrer âAmalgamierungâ mit aramĂ€ischen Fluchtexten (aus Tell Fecheriye, Sfire u. a.) in einem gelehrten Schreibermilieu rechnet. Erst im Exil seien in dieser Tradition die Texte von Dtn 13 und Dtn 28 formuliert worden. Vgl. Christoph Koch: Vertrag, Treueid und Bund: Studien zur Rezeption des altorientalischen Vertragsrechts im Deuteronomium und zur Ausbildung der Bundestheologie im Alten Testament (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr die alttestamentliche Wissenschaft. Band 383). Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2008, S. 317â320.
cite-note-3131. â Eckart Otto: Das Deuteronomium: politische Theologie und Rechtsreform in Juda und Assyrien (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr die alttestamentliche Wissenschaft. Band 284). Walter de Gruyter, Berlin / New York 1999, S. 4. Moshe Weinfeld, S. David Sperling: Art. Deuteronomy. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Band 5, 2007, S. 615.
cite-note-3232. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 157.
cite-note-3333. â Eckart Otto: âMenschenrechteâ im Alten Orient und im Alten Testament. In: Altorientalische und biblische Rechtsgeschichte: Gesammelte Studien (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 8). Harrassowitz, Wiesbaden 2008, S. 120â153, hier S. 132f. Die literarische AbhĂ€ngigkeit von den VTE heiĂt natĂŒrlich auch, dass 672 einen terminus post quem fĂŒr das gesamte Buch darstellt, auch wenn Teile des Deuteronomiums Ă€lter sein können.
cite-note-3434. â Thomas Römer: Der Pentateuch. In: Walter Dietrich et al. (Hrsg.): Die Entstehung des Alten Testaments. Neuausgabe. Kohlhammer, Stuttgart 2014, S. 53â166, hier S. 158.
cite-note-3535. â Thomas Römer: Der Pentateuch. In: Walter Dietrich et al. (Hrsg.): Die Entstehung des Alten Testaments. Neuausgabe. Kohlhammer, Stuttgart 2014, S. 53â166, hier S. 166.
cite-note-3636. â Moshe Weinfeld, S. David Sperling: Art. Deuteronomy. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Band 5, 2007, S. 615.
cite-note-3737. â Angelika Berlejung: Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine EinfĂŒhrung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. Vandenhoeck & Ruprecht, 6., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 59â192, hier S. 145.
cite-note-3838. â âDie Verfasser und Redaktoren von 2 Reg 22 [= 2 Kön 22,8â10 ] meinten mit dem im Tempel gefundenen Tora-Buch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das (ihnen vorliegende) Deuteronomium und wollten auch, dass ihre Adressatenschaft dies so verstand.â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 22.
cite-note-3939. â Michael Pietsch: Die Kultreform Josias: Studien zur Religionsgeschichte Israels in der spĂ€ten Königszeit (= Forschungen zum Alten Testament. Band 86). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2013, S. 482.
cite-note-4040. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 165.
cite-note-4141. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 166. Die âdeuteronomistische LanderoberungserzĂ€hlungâ vertrat bereits Norbert Lohfink, z. B.: Kerygmata des deuteronomistischen Geschichtswerks. In: Studien zum Deuteronomium und zur deuteronomistischen Literatur, Band 2, Stuttgart 1991, S. 125â142.
cite-note-4242. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 23.
cite-note-4343. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 160.
cite-note-4444. â Reinhard Gregor Kratz: Die Komposition der erzĂ€hlenden BĂŒcher des Alten Testaments: Grundwissen der Bibelkritik. Göttingen 2000, S. 136â138, hier zit. nach: Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 24 f.
cite-note-4545. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 25.
cite-note-4646. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 210â212.
cite-note-4747. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 213.
cite-note-4848. â Jan Christian Gertz: Das Deuteronomium, Göttingen 2019, S. 249. Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 205.
cite-note-491. Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 157.
cite-note-5050. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 51 f.
cite-note-5151. â Eckart Otto: Deuteronomium 1-3 als SchlĂŒssel der Pentateuchkritik in diachroner und synchroner LektĂŒre. In: Die Tora: Studien zum Pentateuch. Harrassowitz, Wiesbaden 2009, S. 284â420, hier S. 368.
cite-note-3-5252. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 155.
cite-note-5353. â Georg Braulik, Norbert Lohfink: Deuteronomium 1,5 ŚŚŚš ŚŚȘ ŚŚȘŚŚšŚ ŚŚŚŚ âer verlieh dieser Tora Rechtskraftâ. In: Norbert Lohfink: Studien zum Deuteronomium und zur deuteronomistischen Literatur. Band 5, Stuttgart 2005, S. 233â251.
cite-note-5454. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 156.
cite-note-5555. â Christian Frevel: Lernort Tora. AnstöĂe aus dem Alten Testament. In: Gottesbilder und Menschenbilder. Studien zur Anthropologie und Theologie im Alten Testament. Neukirchen-Vluyn 2016, S. 151â180, hier S. 166â169.
cite-note-5656. â Konrad Schmid: Das Deuteronomium innerhalb der âdeuteronomistischen Geschichtswerkeâ in Gen â 2 Kön. In: Eckart Otto, Reinhard Achenbach (Hrsg.): Das Deuteronomium zwischen Pentateuch und deuteronomistischem Geschichtswerk. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, S. 193â211, hier S. 208.
cite-note-5757. â S. Dean McBride Jr.: Art. Deuteronomium. In: Theologische RealenzyklopĂ€die. Band 8, 1981, S. 531.
cite-note-5858. â Eckart Otto: Das postdeuteronomistische Deuteronomium als integrierender SchluĂstein der Tora. In: Die Tora: Studien zum Pentateuch: Gesammelte AufsĂ€tze (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 9). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, S. 421â446, hier S. 428 f., Zitat S. 429.
cite-note-0-5959. â Jan Christian Gertz: Das Deuteronomium, Göttingen 2019, S. 256.
cite-note-6060. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 73.
cite-note-6161. â Jan Christian Gertz: Das Deuteronomium, Göttingen 2019, S. 250., mit Verweis auf Timo Veijola: Das Bekenntnis Israels. Beobachtungen zur Geschichte und Theologie von Dtn 6, 4â9. In: Theologische Zeitschrift 48 (1992), S. 369â381.
cite-note-6262. â Eckart Otto: Neue Perspektiven der Deuteronomiumsforschung. In: Die Tora: Studien zum Pentateuch: Gesammelte AufsĂ€tze (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 9). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, S. 229â247, hier S. 239.
cite-note-6363. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 171.
cite-note-6464. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 145â147.
cite-note-6565. â Dies ist die Mehrheitsmeinung, wichtig sind hierbei die Arbeiten von Bernard M. Levinson und Eckart Otto. Die Gegenposition, das Bundesbuch sei jĂŒnger und rezipiere das Deuteronomium, vertritt John Van Seters: A Law Book for the Diaspora. Revision in the Study of the Covenant Code, Oxford / New York 2003.
cite-note-6666. â Eckart Otto: Deuteronomium 12,1â23,15 (=HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2016, S. 1161.
cite-note-6767. â Bernard B. Levinson: Deuteronomy and the Hermeneutics of Legal Innovation, New York 1998, S. 6.
cite-note-6868. â Dass beide Textkorpora schlieĂlich in den Pentateuch integriert wurden, sieht Levinson daher als eine Ironie der Geschichte: Bernard B. Levinson: Deuteronomy and the Hermeneutics of Legal Innovation, New York 1998, S. 94.
cite-note-6969. â Eckart Otto: Das Deuteronomium: Politische Theologie und Rechtsreform in Juda und Assyrien, Berlin / New York 1999, S. 349 f.
cite-note-7070. â Eckart Otto: Neue Perspektiven der Deuteronomiumsforschung. In: Die Tora: Studien zum Pentateuch: Gesammelte AufsĂ€tze (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 9). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, S. 229â247, hier S. 236.
cite-note-7171. â Eckart Otto: Neue Perspektiven der Deuteronomiumsforschung. In: Die Tora: Studien zum Pentateuch: Gesammelte AufsĂ€tze (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 9). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, S. 229â247, hier S. 237 f.
cite-note-7272. â Bernard B. Levinson: Deuteronomy and the Hermeneutics of Legal Innovation, New York 1998, S. 4 f.: The radically disruptive nature of that transformation of religious routine should not be underestimated. Deuteronomyâs repeated emphasis on the âjoyâ to be experienced at the central sanctuary might well represent an attempt to provide compensation for the loss of the local cultic sites, where the people would more conventionally have gained access to the deity.
cite-note-7373. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 119 f. Jan Christian Gertz: Die Rechtstexte im Pentateuch. In: Jan Christian Gertz (Hrsg.): Grundinformation Altes Testament. Eine EinfĂŒhrung in Literatur, Religion und Geschichte des Alten Testaments. Vandenhoeck & Ruprecht, 6., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage Göttingen 2019, S. 221â237, hier S. 224.
cite-note-7474. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 162. Vgl. Eckart Otto: Der Dekalog als Brennspiegel israelischer Rechtsgeschichte. In: Kontinuum und Proprium: Studien zur Sozial- und Rechtsgeschichte des Alten Orients und des Alten Testaments. Harrassowitz, Wiesbaden 1996, S. 293â303, hier S. 293: âDer Dekalog ist ein SpĂ€tling deuteronomistischer Literatur, der eine schnelle Karriere im nachexilischen Israel machte.â
cite-note-7575. â Frank-Lothar Hossfeld: Der Dekalog â eine Problemanzeige. In: Reinhard Gregor Kratz (Hrsg.): Liebe und Gebot: Studien zum Deuteronomium (FS Lothar Perlitt), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, S. 46â59, bes. S. 49 f. 54â59. Ebenso Jan Christian Gertz: Das Deuteronomium, Göttingen 2019, S. 256 f. Ein Beispiel einer solchen Zuordnung der Einzelgesetze zu den Zehn Geboten bei Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 168.
cite-note-7676. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 75.
cite-note-7777. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 158.
cite-note-7878. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 157 f. Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 107.
cite-note-7979. â Leonhard Burckhardt: Elemente der Vergleichbarkeit von Gesetzgebung. Deuteronom â Gortyn â XII-Tafelgesetze. Eine Skizze. In: Leonhard Burckhardt, Klaus Seybold, JĂŒrgen von Ungern-Sternberg (Hrsg.): Gesetzgebung in antiken Gesellschaften: Israel, Griechenland, Rom. Walter de Gruyter, Berlin 2007, S. 1â66, hier S. 12.55.
cite-note-8080. â Leonhard Burckhardt: Elemente der Vergleichbarkeit von Gesetzgebung. Deuteronom â Gortyn â XII-Tafelgesetze. Eine Skizze. In: Leonhard Burckhardt, Klaus Seybold, JĂŒrgen von Ungern-Sternberg (Hrsg.): Gesetzgebung in antiken Gesellschaften: Israel, Griechenland, Rom. Walter de Gruyter, Berlin 2007, S. 1â66, hier S. 15 f.
cite-note-8181. â Leonhard Burckhardt: Elemente der Vergleichbarkeit von Gesetzgebung. Deuteronom â Gortyn â XII-Tafelgesetze. Eine Skizze. In: Leonhard Burckhardt, Klaus Seybold, JĂŒrgen von Ungern-Sternberg (Hrsg.): Gesetzgebung in antiken Gesellschaften: Israel, Griechenland, Rom. Walter de Gruyter, Berlin 2007, S. 1â66, hier S. 25.
cite-note-8282. â Leonhard Burckhardt: Elemente der Vergleichbarkeit von Gesetzgebung. Deuteronom â Gortyn â XII-Tafelgesetze. Eine Skizze. In: Leonhard Burckhardt, Klaus Seybold, JĂŒrgen von Ungern-Sternberg (Hrsg.): Gesetzgebung in antiken Gesellschaften: Israel, Griechenland, Rom. Walter de Gruyter, Berlin 2007, S. 1â66, hier S. 29 f.
cite-note-8383. â Leonhard Burckhardt: Elemente der Vergleichbarkeit von Gesetzgebung. Deuteronom â Gortyn â XII-Tafelgesetze. Eine Skizze. In: Leonhard Burckhardt, Klaus Seybold, JĂŒrgen von Ungern-Sternberg (Hrsg.): Gesetzgebung in antiken Gesellschaften: Israel, Griechenland, Rom. Walter de Gruyter, Berlin 2007, S. 1â66, hier S. 42.
cite-note-8484. â Leonhard Burckhardt: Elemente der Vergleichbarkeit von Gesetzgebung. Deuteronom â Gortyn â XII-Tafelgesetze. Eine Skizze. In: Leonhard Burckhardt, Klaus Seybold, JĂŒrgen von Ungern-Sternberg (Hrsg.): Gesetzgebung in antiken Gesellschaften: Israel, Griechenland, Rom. Walter de Gruyter, Berlin 2007, S. 1â66, hier S. 51.
cite-note-8585. â Leonhard Burckhardt: Elemente der Vergleichbarkeit von Gesetzgebung. Deuteronom â Gortyn â XII-Tafelgesetze. Eine Skizze. In: Leonhard Burckhardt, Klaus Seybold, JĂŒrgen von Ungern-Sternberg (Hrsg.): Gesetzgebung in antiken Gesellschaften: Israel, Griechenland, Rom. Walter de Gruyter, Berlin 2007, S. 1â66, hier S. 54.
cite-note-8686. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 28â30.
cite-note-8787. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 33 f.
cite-note-8888. â Benedikt Hensel: Juda und Samaria: Zum VerhĂ€ltnis zweier nach-exilischer Jahwismen (= Forschungen zum Alten Testament. Band 110). Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2016, S. 413.
cite-note-8989. â Ernst Axel Knauf: Audiatur et altera pars. Zur Logik der Pentateuch-Redaktion. In: Bibel und Kirche 3 (1998), S. 118â126, hier S. 123â125. (PDF) Vgl. Thomas Römer: Entstehungsphasen des âdeuteronomistischen Geschichtswerkesâ. In: Markus Witte, Jan Christian Gertz, Konrad Schmid (Hrsg.): Die deuteronomistischen Geschichtswerke: redaktions- und religionsgeschichtliche Perspektiven zur âDeuteronomismusâ-Diskussion in Tora und Vorderen Propheten. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2006, S. 45â70, hier S. 69: âDie von Blum, Albertz, Knauf und anderen vertretene Theorie eines Kompromisses zwischen priesterlichen und dtr Kreisen, fĂŒr welchen man nicht unbedingt eine schwer greifbare persische Reichsautorisation zu postulieren braucht, scheint mir immer noch das am besten funktionierende Modell.â
cite-note-9090. â Eckart Otto: Deuteronomium 23,16â34,12 (=HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2017, S. 2277.
cite-note-9191. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 168. Der langjĂ€hrige Konsens, dass hier am Ende des Pentateuch auch das ursprĂŒngliche Ende der Priesterschrift erhalten sei, wurde von Lothar Perlitt in Frage gestellt, vgl. Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 197 f., mit Verweis auf Lothar Perlitt: Priesterschrift im Deuteronomium? (1988) In: Deuteronomium-Studien. Mohr, TĂŒbingen 1994, S. 109â112.
cite-note-4-9292. â Thomas Römer: Der Pentateuch. In: Walter Dietrich et al. (Hrsg.): Die Entstehung des Alten Testaments. Neuausgabe. Kohlhammer, Stuttgart 2014, S. 53â166, hier S. 86.
cite-note-9393. â Eckart Otto: Deuteronomium 23,16â34,12 (=HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2017, S. 2282.
cite-note-9494. â Thomas Römer: Der Pentateuch. In: Walter Dietrich et al. (Hrsg.): Die Entstehung des Alten Testaments. Neuausgabe. Kohlhammer, Stuttgart 2014, S. 53â166, hier S. 161.
cite-note-9595. â Thomas Römer: Der Pentateuch. In: Walter Dietrich et al. (Hrsg.): Die Entstehung des Alten Testaments. Neuausgabe. Kohlhammer, Stuttgart 2014, S. 53â166, hier S. 162.
cite-note-9696. â Karin Finsterbusch: Deuteronomium, Göttingen 2012, S. 196.
cite-note-9797. â Eckart Otto: Deuteronomium 23,16â34,12 (= HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2017, S. 1924. 1933.
cite-note-9898. â Eckart Otto: Deuteronomium 23,16â34,12(= HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2017, S. 1924. 1950.
cite-note-9999. â Eckart Otto: Deuteronomium 23,16â34,12 (= HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2017, S. 1920 f. Vgl. schon Emanuel Tov, Der Text der HebrĂ€ischen Bibel. Handbuch der Textkritik, Stuttgart 1997, S. 78. Die neueren Bibelrevisionen haben darauf reagiert, besonders die EinheitsĂŒbersetzung (2016), die hier als FuĂnote vermerkt: âEbal in H [= dem hebrĂ€ischen Text] stammt aus antisamaritanischer Tendenz.â
cite-note-100100. â Jacobus Cornelis de Vos: Rezeption und Wirkung des Dekalogs in jĂŒdischen und christlichen Schriften bis 200 n. Chr. Brill, Leiden / Boston 2016, S. 40â46.
cite-note-101101. â Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum, Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2016, S. 185â187.
cite-note-102102. â Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum, Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2016, S. 221.
cite-note-103103. â Simone Paganini: âNicht darfst du zu diesen Wörtern etwas hinzufĂŒgenâ. Die Rezeption des Deuteronomiums in der Tempelrolle: Sprache, Autoren und Hermeneutik (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr Altorientalische und Biblische Rechtsgeschichte. Band 11). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, S. 297â301. Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 170 f.
cite-note-104104. â Daniel Stökl Ben Ezra: Qumran. Die Texte vom Toten Meer und das antike Judentum, Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2016, S. 367â370.
cite-note-105105. â Ulrich Luz: Das Evangelium nach MatthĂ€us (Mt 1â7), Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn, 4. Auflage 1997, S. 162 f.
cite-note-106106. â Ulrich Luz: Das Evangelium nach MatthĂ€us (Mt 1â7), Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn, 4. Auflage 1997, S. 166. Vgl. Birger Gerhardsson: The testing of Godâs son (Matt 4:1-11 & Par): an analysis of an early Christian Midrash. CWK Gleerup, Lund 1966, Neuauflage Wipf&Stock, Eugene OR 2009.
cite-note-107107. â SpĂ€tjudentum ist christlich-theologischer Sprachgebrauch der 1960er Jahre.
cite-note-1082. Birger Gerhardsson: The testing of Godâs son (Matt 4:1-11 & Par): an analysis of an early Christian Midrash. CWK Gleerup, Lund 1966, Neuauflage Wipf&Stock, Eugene OR 2009, S. 11: The temptation narrative was not written by some simple soul who constructed his story with a few suitable quotations from an old and valued scroll: on the contrary, we have in it a narrative whose every detail bears the stamp of the late-Jewish (and early Christian) scribal tradition. It is an example of an early Christian midrash.
cite-note-109109. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 181.
cite-note-110110. â Georg Braulik: Das Buch Deuteronomium, Stuttgart 2016, S. 182.
cite-note-111111. â Baruch M. Bokser: The Origins of the Seder: The Passover Rite and Early Rabbinic Judaism. University of California Press, Berkeley u. a. 1984, S. 10â12.
cite-note-112112. â Hanna Liss: Das Buch Devarim (Deuteronomium), Heidelberg 2019, S. 248.
cite-note-113113. â Yitzhak Berger: Art. Deuteronomy, Book of. III, C. Medieval Judaism: General Issues. In: Dale C. Allison (Hrsg.): Encyclopedia of the Bible and its Reception, Band 6, Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2014, Sp. 668â672, hier S. 671.
cite-note-114114. â Siegfried Kreuzer: Die Septuaginta im Kontext alexandrinischer Kultur und Bildung. In: Heinz-Josef Fabry, Dieter Böhler (Hrsg.): Im Brennpunkt: Die Septuaginta. Studien zur Entstehung und Bedeutung der Griechischen Bibel. Band 3, Kohlhammer, Stuttgart 2007, S. 28â56, hier S. 49.
cite-note-115115. â Septuaginta Deutsch, hrsg. von Wolfgang Kraus und Martin Karrer, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2009, S. 204.
cite-note-116116. â Israel Jacob Yuval: Two Nations in Your Womb: Perceptions of Jews and Christians in Late Antiquity and the Middle Ages. University of California Press, Berkeley u. a. 2006, S. 85. Martin Sicker: A Passover Seder Companion and Analytic Introduction to the Haggadah, iUniverse, Lincoln NE 2004, S. 75 f. Vgl. Louis Finkelstein: The Oldest Midrash: Pre-rabbinic Ideals and Teachings in the Passover Haggadah, Harvard 1938.
cite-note-117117. â David Kennemer: Did an Aramean (Try to) Kill our Father? In: Jewish Bible Quarterly, Band 47, 2019/4, S. 231â236. (PDF)
cite-note-118118. â Hanna Liss: Das Buch Devarim (Deuteronomium), Heidelberg 2019, S. 231.
cite-note-119119. â GĂŒnter Stemberger: Art. Deuteronomy, Book of. III, B. Rabbinic Judaism. In: Dale C. Allison (Hrsg.): Encyclopedia of the Bible and its Reception, Band 6, Walter de Gruyter, Berlin u. a. 2013, Sp. 667â668, hier S. 667.
cite-note-1-120120. â Hanna Liss: Das Buch Devarim (Deuteronomium), Heidelberg 2019, S. 239.
cite-note-121121. â Brett Foster: âTypes and Shadowsâ: Uses of Moses in the Renaissance. In: Jane Beal (Hrsg.): Illuminating Moses. A History of Reception from Exodus to the Renaissance. Brill, Leiden / Boston 2014, S. 353â406, hier S. 393.
cite-note-2-122122. â Charles L. Stinger: The Renaissance in Rome. Indiana University Press, Bloomington IN (1985) 1998, S. 212.
cite-note-123123. â Brett Foster: âTypes and Shadowsâ: Uses of Moses in the Renaissance. In: Jane Beal (Hrsg.): Illuminating Moses. A History of Reception from Exodus to the Renaissance. Brill, Leiden / Boston 2014, S. 353â406, hier S. 395 f.
cite-note-124124. â Jan Christian Gertz: Das Deuteronomium, Göttingen 2019, S. 260.
cite-note-125125. â Franz-Joachim Verspohl: Michelangelo Buonarroti und Papst Julius II.: Moses - HeerfĂŒhrer, Gesetzgeber, Musenlenker. Wallstein, Göttingen 2004, S. 84.
cite-note-126126. â John T. Paoletti, Gary M. Radke: Art in Renaissance Italy. Laurence King Publishing, 3. Auflage London 2005, S. 308.
cite-note-127127. â Frank Jehle: Calvin â Vater des Kapitalismus? Zu einer Predigt des Genfer Reformators. In: Von Johannes auf Patmos bis zu Karl Barth. Theologische Arbeiten aus zwei Jahrzehnten, hrsg. von Adrian Schenker und Marianne Jehle-Wildberger. TVZ, ZĂŒrich 2015, S. 87â100, hier S. 91 f. Zweihundert Predigten zum Deuteronomium sind in der christlichen Theologie wahrscheinlich einmalig.
cite-note-1283. Johannes Calvin: Predigten ĂŒber das Deuteronomium und den 1. Timotheusbrief (1555/1556): eine Auswahl (= Calvin Studienausgabe. Band 9), hrsg. von Eberhard Busch. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2009, S. 67â80, hier S. 73.
cite-note-129129. â Bonnie L. Pattison: Poverty in the Theology of John Calvin, Wipf & Stock, Eugene 2006, S. 335â337.
cite-note-130130. â Bonnie L. Pattison: Poverty in the Theology of John Calvin, Wipf & Stock, Eugene 2006, S. 338.
cite-note-131131. â Frank Jehle: Calvin â Vater des Kapitalismus? Zu einer Predigt des Genfer Reformators. In: Von Johannes auf Patmos bis zu Karl Barth. Theologische Arbeiten aus zwei Jahrzehnten, hrsg. von Adrian Schenker und Marianne Jehle-Wildberger. TVZ, ZĂŒrich 2015, S. 87â100, hier S. 97 f.
cite-note-132132. â Gerhard Lohfink: Wie hat Jesus Gemeinde gewollt? Zur gesellschaftlichen Dimension des christlichen Glaubens. Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 1982, S. 142â154 Die Kirche als Kontrastgesellschaft, bes. S. 142 f.: Volk Gottes im Deuteronomium.
cite-note-133133. â Norbert Lohfink: Volkskirche und Kontrastgesellschaft. In: Ders., Das JĂŒdische am Christentum. Die verlorene Dimension. Freiburg, 2. Aufl. 1989, S. 30â47. Norbert Lohfink: Das deuteronomische Gesetz in der Endgestalt â Entwurf einer Gesellschaft ohne marginale Gruppen. In: Ders., Studien zum Deuteronomium und zur deuteronomistischen Literatur. Band 2, Stuttgart 1995, S. 205â218.
cite-note-134134. â Georg Braulik: Deuteronomium 1 â 6,17 (= Neue Echter Bibel. Band 15). Echter, WĂŒrzburg 1986, S. 17. Vgl. z. B. den Kommentar zu Dtn 7,6 : âIsrael muĂ als Kontrastgesellschaft zu den Vorbewohnern des Landes und deren religiösen Ausdrucksformen leben ⊠Da seine Andersartigkeit mit seiner Sozialordnung zusammenhĂ€ngt, hat seine Heiligkeit eine gesellschaftliche Ausdrucksform. ⊠Das endzeitliche Gottesvolk [= die Kirche] lebt z. B. durch seinen Gewalt- und Herrschaftsverzicht in scharfem Kontrast zu den ĂŒbrigen Gesellschaften der Welt.â
cite-note-135135. â Herbert Schlögel: Kirche â Moral â SpiritualitĂ€t. LIT Verlag, MĂŒnster 2001, S. 41â45. Ursula Nothelle-Wildfeuer: Kirche im Kontrast oder Kirche in der Welt? Zur Grundlegung und Eigenart christlicher Weltverantwortung. In: MĂŒnchener Theologische Zeitschrift, Band 43, Nr. 3 (1992), S. 347â366. (PDF)
cite-note-136136. â Hier referiert nach: Leopold Neuhold: Religion und katholische Soziallehre im Wandel vor allem der Werte: Erscheinungsbilder und Chancen, MĂŒnster 2000. LIT Verlag, S. 169. Vgl. Wolfgang Huber: Kirche in der Zeitenwende. Gesellschaftlicher Wandel und Erneuerung der Kirche, GĂŒtersloh 1998.
cite-note-137137. â Jan Assmann: Das kulturelle GedĂ€chtnis: Schrift, Erinnerung und politische IdentitĂ€t in frĂŒhen Hochkulturen. C. H. Beck, MĂŒnchen 2007, S. 216.
cite-note-138138. â Jan Assmann: Die Katastrophe des Vergessens. Das Deuteronomium als Paradigma kollektiver Mnemotechnik. In: Aleida Assmann, Dietrich Harth (Hrsg.): Mnemosyne: Formen und Funktionen der kulturellen Erinnerung. Fischer, Frankfurt am Main 1991, S. 337â355, hier S. 341.
cite-note-139139. â Moshe Weinfeld, S. David Sperling: Art. Deuteronomy. In: Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Band 5, 2007, S. 613 f.
cite-note-140140. â Thomas Römer: Der Pentateuch. In: Walter Dietrich et al. (Hrsg.): Die Entstehung des Alten Testaments. Neuausgabe. Kohlhammer, Stuttgart 2014, S. 53â166, hier S. 57.
cite-note-141141. â Eckart Otto: Deuteronomium 1,1â4,43 (= HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2012, S. 63.
cite-note-142142. â Die Bedeutung von de Wettes Theorie fĂŒr die Neuere Urkundenhypothese zeigt das Urteil Otto EiĂfeldts ĂŒber 100 Jahre spĂ€ter, diese Beobachtung sei der âarchimedische Punktâ der Pentateuchkritik. Vgl. Eckart Otto: Deuteronomium 1,1â4,43 (= HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2012, S. 72.
cite-note-143143. â Thomas Römer: Der Pentateuch. In: Walter Dietrich et al. (Hrsg.): Die Entstehung des Alten Testaments. Neuausgabe. Kohlhammer, Stuttgart 2014, S. 53â166, hier S. 154.
cite-note-144144. â Heinrich Graetz: Geschichte der Juden von den Ă€ltesten Zeiten bis auf die Gegenwart, 2. Band, 1. HĂ€lfte, 2. vermehrte und verbesserte Auflage, Leiner, Leipzig 1902, S. 271.
cite-note-145145. â David Hoffmann: Das Buch Levitikus, 1. Halbband. Poppelauer, Berlin 1905, S. 1.
cite-note-146146. â 3394â3397: Antwort der Bibelkommission, 27. Juni 1906. In: Heinrich Denzinger: Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen. Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum. Verbessert, erweitert, ins Deutsche ĂŒbertragen und unter Mitarbeit von Helmut Hoping herausgegeben von Peter HĂŒnermann. 45. Auflage Herder, Freiburg u. a. 2017, S. 1906 f.
cite-note-147147. â Hier sind heutige Exegeten vorsichtig geworden. So z. B. Jan Christian Gertz: Das Deuteronomium, Göttingen 2019, S, 253: âDer Bericht in 2 Kön 22â23 liegt eindeutig in dtr edierter Gestalt vor, was seinen historischen Wert deutlich mindert und den Verdacht nahe legt, dass es sich um eine vom Dtn selbst inspirierte Legende handelt.â
cite-note-148148. â Gustav Hölscher: Komposition und Ursprung des Deuteronomiums. In: Zeitschrift fĂŒr die Alttestamentliche Wissenschaft 40 (1922), S. 161â255, hier S. 189 f. Zitiert nach: Eckart Otto: Neue Perspektiven der Deuteronomiumsforschung. In: Die Tora: Studien zum Pentateuch: Gesammelte AufsĂ€tze (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 9). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, S. 229â247, hier S. 230.
cite-note-149149. â Gustav Hölscher: Komposition und Ursprung des Deuteronomiums. In: Zeitschrift fĂŒr die Alttestamentliche Wissenschaft 40 (1922), S. 195, hier zitiert nach: Eckart Otto: Deuteronomium 1,1â4,43 (= HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2012, S. 109.
cite-note-150150. â Werner H. Schmidt: EinfĂŒhrung in das Alte Testament (De Gruyter Lehrbuch). Vierte, erweiterte Auflage Berlin / New York 1989, S. 124. Der Numeruswechsel kann aber nicht mechanisch zur Unterscheidung von Schichten genutzt werden, da es sich oft um ein stilistisches Mittel handelt, vgl. Thomas Römer: Der Pentateuch. In: Walter Dietrich et al. (Hrsg.): Die Entstehung des Alten Testaments. Neuausgabe. Kohlhammer, Stuttgart 2014, S. 53â166, hier S. 155.
cite-note-151151. â Eckart Otto: Neue Perspektiven der Deuteronomiumsforschung. In: Die Tora: Studien zum Pentateuch: Gesammelte AufsĂ€tze (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 9). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, S. 229â247, hier S. 231.
cite-note-152152. â Konrad Schmid: Das Deuteronomium innerhalb der âdeuteronomistischen Geschichtswerkeâ in Gen â 2 Kön. In: Eckart Otto, Reinhard Achenbach (Hrsg.): Das Deuteronomium zwischen Pentateuch und deuteronomistischem Geschichtswerk. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, S. 193â211, hier S. 194.
cite-note-153153. â Eckart Otto: Neue Perspektiven der Deuteronomiumsforschung. In: Die Tora: Studien zum Pentateuch: Gesammelte AufsĂ€tze (= Beihefte zur Zeitschrift fĂŒr altorientalische und biblische Rechtsgeschichte. Band 9). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, S. 229â247, hier S. 232. Göttinger Schichtenmodell: Rudolf Smend erlĂ€uterte, es gebe eine Grundschicht und zwei jĂŒngere Bearbeitungsschichten: âdie grundlegende Konzeption des Geschichtswerks (DtrH), eine Bearbeitung, die prophetische Texte eintrĂ€gt (DtrP), und eine weitere, deren Hauptinteresse dem Gesetz gilt (DtrN)â (Die Entstehung des Alten Testaments, Stuttgart 1989, S. 123, hier zitiert nach: Werner H. Schmidt: EinfĂŒhrung in das Alte Testament (De Gruyter Lehrbuch). Vierte, erweiterte Auflage Berlin / New York 1989, S. 139.)
cite-note-154154. â Reinhard Gregor Kratz: Der vor- und der nachpriesterschriftliche Hexateuch. In: Jan Christian Gertz, Konrad Schmid, Markus Witte (Hrsg.): Abschied vom Jahwisten: Die Komposition des Hexateuch in der jĂŒngsten Diskussion. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2002, S. 295â324, hier S. 295.
cite-note-155155. â Erich Zenger, Christian Frevel: Theorien ĂŒber die Entstehung des Pentateuch im Wandel der Forschung. In: Christian Frevel (Hrsg.): Einleitung in das Alte Testament. 9., aktualisierte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 2016, S. 87â135, hier S. 123â134, besonders S. 131.
cite-note-156156. â Eckart Otto: Deuteronomium 1,1â4,43 (= HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2012, S. 193.
cite-note-157157. â Eckart Otto: Deuteronomium 1,1â4,43 (= HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2012, S. 206 f.
cite-note-158158. â Jean-Pierre Sonnet: The Book within the Book: Writing in Deuteronomy. Brill, Leiden 1997.
cite-note-159159. â Eckart Otto: Deuteronomium 1,1â4,43 (= HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2012, S. 201.
cite-note-160160. â Eckart Otto: Deuteronomium 1,1â4,43 (= HThKAT), Freiburg / Basel / Wien 2012, S. 209 f., vgl. Geert Johan Venema: Reading Scripture in the Old Testament: Deuteronomy 9-10, 31, 2 Kings 22-23, Jeremiah 36, Nehemiah 8. Brill, Leiden 2004.